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Honorarstreit bei der "taz": Auslandsberichterstatter proben den Aufstand

Aus Protest gegen eine geringere Bezahlung wollen Auslandsberichterstatter der "tageszeitung" (taz) in einen mehrtägigen Streik treten. Hintergrund ist, dass die 14 Pauschalisten im Ausland künftig einheitlich bezahlt werden sollen.

Aus Protest gegen eine geringere Bezahlung wollen Auslandsberichterstatter der "tageszeitung" (taz) in einen mehrtägigen Streik treten. Hintergrund ist, dass die 14 Pauschalisten im Ausland künftig einheitlich bezahlt werden sollen. Dabei ist die Pauschale in den neuen Verträgen in der Regel geringer. "taz"- Chefredakteurin Ines Pohl sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa: "Das tut uns leid. Wer mehr schreibt, wird aber auch künftig mehr verdienen." Der Auslandsetat sei der größte Posten der Zeitung und werde erhalten bleiben. Das Geld solle aber flexibler eingesetzt werden, so auch für aufwendige Recherchereisen.

Der Streik soll von Mittwoch bis zur Genossenschaftsversammlung am Samstag dauern. Die Auslandskorrespondenten schreiben in einer Presseerklärung, sie müssten sich nach neuen Erwerbsquellen umsehen. "In diesen Tagen stehen wir aus Zeitmangel der "taz" nicht zur Verfügung." In einem Video, das mehrere Auslandsberichterstatter in den "taz"-blog und auf Youtube stellten, kritisiert Arabien-Korrespondent Karim El- Gawhary: "Wir sollen neue Verträge zu wesentlich schlechteren Bedingungen bekommen." Sein Fazit lautet: "Wir müssen unsere Brötchen zunehmend bei anderen Medien verdienen. Das heißt, für die Auslandsberichterstattung der "taz" wird es abwärtsgehen."

Chefredakteurin Pohl betonte, die "taz" werde auch in den kommenden Tagen ohne weiße Flecken erscheinen. "Für eine gewisse Zeit können wir das überbrücken." Bei dem Streit geht es um eine geplante einheitliche Pauschalvergütung von nur noch 500 Zeilen im Monat. Bisher wurden zwischen 400 und 1200 Zeilen fest bezahlt. Pohl bedauerte, dass das bei einigen Kollegen zu Einbußen bis zu einem Viertel führen werde.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rief die Geschäftsführung auf, faire Konditionen anzubieten. Eine Neuregelung müsse sich am bisherigen Einkommensniveau orientieren, sagte der DJV- Bundesvorsitzende Michael Konken.

DPA / DPA