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Shanghai Ikea schmeißt randalierende Rentner-Gang aus dem Restaurant

Ikea sagt in Shanghai den Ausflugsrentern den Kampf an
Ein Hinweisschild bei Ikea in Shangai: Rüpel-Rentner müssen draußen bleiben.
© picture alliance / dpa
Kaffeeklatsch, flirten und Gäste beleidigen: Einige Senioren verbringen viel Zeit in einem Ikea-Restaurant. Dort besetzen die Randale-Rentner mit ihrem Stammtisch die Plätze. Damit ist jetzt Schluss, das Management greift durch.

Wer in Shanghai in das Ikea-Restaurant gelangen möchte, muss neuerdings an einem Security-Dienst vorbei. Wachmänner kontrollieren, wer genau sich in das Restaurant setzt: Sind es zahlende Kunden - oder doch wieder nur Mitglieder der randalierenden Rentner-Gang?

"Die Betroffenen verhielten sich nicht respektvoll gegenüber anderen Kunden und unseren Mitarbeitern. Diese Gruppe besetzte die Sitzplätze für einen außergewöhnlich langen Zeitraum, brachte eigene Getränke und Essen mit, spuckte herum, machte Lärm, zettelte Streit an und wurde handgreiflich", heißt es auf einem großen Hinweisschild am Eingang des Restaurants, so die "Tagesschau". Gemeint ist eine Gruppe von recht selbstbewussten Senioren, die ihre Zeit in einer Ikea-Filiale im Shanghaier Viertel Xuhui verbringen. Ihr Stammtisch trifft sich dort zum flirten, tratschen - aber auch um andere Gäste zu beleidigen und ausfallend zu werden.

Ikea wirft Rentner raus
Ikea wirft Rentner raus
© picture alliance / dpa

Ikea als realer Freizeitpark

Ikea hat in China eine besondere Rolle - die Möbelausstellung wird zum alltäglichen Lebensumfeld. So nutzen Chinesen die Sofas, um sich hinzusetzen und TV zu schauen. Die Toiletten mussten irgendwann mit Glasplatten verschlossen werden, weil zu viele Menschen nicht beachteten, dass sie nur Teil der Sanitärausstellung waren - und eben nicht angeschlossen. 

Auch die flirtfreudigen Senioren scheinen Ikea mit einem realen Freizeitpark zu verwechseln. "Als ich zum ersten Mal hierher kam, nach der Eröffnung, war es sehr gemütlich und auch nicht voll", sagt eine 53-jährige Stammkundin zu "Tagesschau". "Dann kamen die ganzen alten Leute und blockierten massenweise ganze Tischreihen. Sehr unangenehm für die Jüngeren."

Nun reagiert Ikea auf die Beschwerden der Kunden. "Wir haben unser Sicherheitspersonal aufgestockt, um die Gäste besser steuern zu können. Alle müssen nun durch diesen relativ kleinen Eingangsbereich durch." Schon vor gut einem Jahr musste Ikea in China durchgreifen und das Mittagsschläfchen in der Bettenabteilung untersagen. Viele Chinesen hatte ihre Mittagspause in den Ausstellungsbetten des Möbelhauses verbracht. 

kg

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