Immobilienkrise "Die Hauptschuld tragen die Banker"


Die Commerzbank hat vor weiteren Risiken in den Bilanzen internationaler Kreditinstitute aufgrund der Immobilienkrise gewarnt. Vorstandschef Klaus-Peter Müller kritisierte zudem das mangelnde Risikobewusstsein mancher Kollegen scharf.

Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller sieht noch kein Ende der weltweiten Finanzkrise. "Für eine endgültige Entwarnung ist es noch zu früh", sagte Müller in einem Interview der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen die Bilanzen vieler Banken in den kommenden Monaten abwarten und schauen, ob dort keine neuen Risiken schlummern. Ich erwarte aber eine deutliche Beruhigung der Finanzmärkte." Die Commerzbank will ihre Zahlen für das vergangene Jahr Mitte Februar vorlegen.

Müller machte für die Krise an den weltweiten Kreditmärkten vor allem Bankmanager verantwortlich. "Die Hauptschuld tragen ganz klar die Banker, die riskante Wertpapiere gekauft haben und sich über die Tragweite der Risiken nicht voll bewusst waren", sagte er. Auch sein Institut ist mit rund 1,2 Milliarden Euro im krisengeschüttelten Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen investiert. Insgesamt musste die zweitgrößte deutsche Bank deshalb bislang mehr als 300 Millionen Euro abschreiben. Analysten erwarten für das vierte Quartal 2007 weitere Wertberichtigungen.

Rund um den Globus mussten Banken wegen der Turbulenzen an den Märkten Milliardensummen abschreiben. Vor allem US-Banken sind stark betroffen. Einige Top-Manager kostete die Krise bereits ihren Job. So hatte die Commerzbank zum Jahresende überraschend ihren Amerika-Chef entlassen.

Reuters Reuters

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