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INDUSTRIE: Was passiert mit der IT-Branche?

Ein Großunternehmen nach dem anderen senkt die Gewinnprognose und versucht durch Massenentlassungen die Kosten zu reduzieren. Ob's hilft?

Compaq senkt Prognosen

Der weltweit zweitgrößte Computerhersteller Compaq hat seinen Umsatz- und Gewinnausblick für das zweite Quartal gesenkt und dafür natürlich die sich verschlechternde Marktsituation in Europa verantwortlich gemacht. Man rechnet nur noch mit einem Umsatz von 8,4 Milliarden Dollar, neun Prozent weniger als noch im ersten Quartal. Der Gewinn je Aktie soll bei nur vier Cents liegen. Die tatsächlichen Zahlen für das zweite Quartal will Compaq am 25. Juli zu veröffentlichen.

Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen nun nach eigenen Angaben den Abbau von 8.500 Stellen. Frühere Mitteilungen hatten noch die Streichung von 7.000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Im zweiten Quartal dürften wegen der zusätzlichen Streichungen und dem Abbau überschüssiger Lagerbestände zudem Kosten für Restrukturierungen von rund 490 Millionen Dollar anfallen.

Das Unternehmen mit Sitz in Texas hatte unlängst seine Stellung als Marktführer bei PCs an den US-Konkurrenten Dell abgeben müssen. Dell hatte zuletzt die Computerpreise deutlich gesenkt und damit nach Expertenschätzungen die PC-Branche insgesamt in einen harten Preiswettbewerb hineingezogen.

Xerox streicht Dividende

Der Verwaltungsrat des angeschlagenen Kopiergeräteherstellers Xerox Corporation hat die Quartalsdividende von fünf Cents je Aktie gestrichen. Das Unternehmen will hierdurch seine Liquidität stärken und mehr Flexibilität bei der Durchführung seines Umstrukturierungsplans gewinnen. Erst nach einer Rückkehr in die Gewinnzone will der Xerox-Verwaltungsrat die Wiedereinführung einer Dividende in Erwägung ziehen. Xerox spart damit jährlich 140 Millionen Dollar (322 Mio DM/165 Mio Euro). Diese Einsparung erfolgt zusätzlich zu den Kostensenkungen, einer besseren Verwaltung des Betriebskapitals und dem Verkauf von zwei Milliarden Dollar an Vermögenswerten.

Alcatel streicht 2.500 US-Stellen

Der französische Telekomausrüster Alcatel will in den USA 2.500 Mitarbeiter nach Hause schicken und weitere Betriebe konsolidieren. Die Gesellschaft begründete dies mit der anhaltenden Verlangsamung in der amerikanischen Telekom- und Netzwerkbranche. Das Unternehmen will damit seine Kosten senken. Alcatel beschäftigt weltweit 110.000 Mitarbeiter.

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