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Kartellvorwurf: AMD wittert globale Intrige durch Intel

Millionen Computerkäufer hätten Geld sparen können, sagt AMD. Als Preistreiber hat der Prozessorhersteller seinen Rivalen Intel ausgemacht und zerrt den um ein vielfaches größeren Konzern vor Gericht - mit deftigen Anschuldigungen.

Man halte ihm eine Pistole an den Kopf, soll Micheal Cappelas, Chef des Computerherstellers Compaq gesagt haben, als er vor fünf Jahren bei AMD die Bestellung von Prozessoren zurückzog. Die Waffe soll Intel gehalten haben, der weltgrößte Hersteller von Prozessoren für Personal Computer und Server. Geladen war sie mit einer Drohung: Intel würde von Compaq dringend benötigte Chips für Firmencomputer zurückhalten, wenn der PC-Hersteller Computer mit AMD-Prozessoren anbieten würde.

In einer 49-seitigen Anklageschrift hat AMD ähnliche Fälle gesammelt und am Dienstag beim US-Bundesgericht des Bezirks Delaware eine kartellrechtliche Klage gegen Intel eingereicht. Der Vorwurf: Intel habe über Jahre Druck auf PC-Hersteller, kleine Systemhersteller, Großhändler und Einzelhändler ausgeübt, keine Chips von AMD zu kaufen. Damit habe seine Monopolstellung auf dem Markt für PC-Prozessoren rechtswidrig aufrechterhalten. Intel hat einen Marktanteil von gut 80 Prozent bei PC-Prozessoren. AMD kommt auf rund 18 Prozent.

Die IT-Industrie gilt als eine der härtesten Branchen überhaupt. Beide Konzerne liefern sich seit rund fünf Jahren einen unerbittlichen Preiskampf. Aus der Klage könnte sich einer der bedeutendsten Kartellverfahren der Computerindustrie entwickeln. Wegen des Missbrauchs ihrer Monopole mussten sich bereits der Computerkonzern IBM und der Softwarehersteller Microsoft vor Gericht verantworten.

Ein günstiger Zeitpunkt für AMD

Und der Zeitpunkt ist von AMD mit Bedacht gewählt. Die japanische Kartellbehörde hatte Intel vor kurzem wegen des Verstoßes gegen das Kartellrecht verurteilt. Intel wurde vorgeworfen, japanische PC-Hersteller unter Druck gesetzt zu haben, Prozessoren ausschließlich bei Intel zu kaufen. In Zusammenarbeit mit den Japanern erhebt die EU-Kommission ähnliche Kartellvorwürfe.

"Noch vor Jahren hätten wir einen solchen Schritt nicht gewagt", sagte Jens Drews, bei AMD für die Beziehungspflege zu Regierungen in Europa verantwortlich. Für AMD sei der Zeitpunkt auch durch das gewachsene Selbstvertrauen günstig, so halte man zum seinen technischen Vorsprung und sei zum anderen im Markt anerkannt. Mit der Klage eskaliert eine über Jahrzehnte gepflegte Animosität zwischen Intel und AMD. Seit gut 30 Jahren sind beide sind beide Hersteller im Geschäft. Lange Zeit galt der hinsichtlich des Umsatzes deutlich kleinere Rivale AMD als "Billigheimer" mit unterlegener Technik.

Mit der Einführung des Athlon-Prozessors Anfang 2000 zog der kleine Konkurrent erstmals an Intel vorbei und hat sie sich seither nur zeitweise wieder abnehmen lassen. AMD-Prozessoren sind ihren Intel-Gegenstücken technisch mindestens ebenbürtig, in vielen Fällen überlegen, und sie sind billiger.

Anwalt: Eine alles durchdringnde Intrige

Wenn eine Firma bei Technik und Preis führend ist, sollte sie doch mehr Marktanteile haben, sagte AMD-Anwalt Tom McCoy in einer Telefonkonferenz. Das AMD sich nur mühsam der Marke von zwanzig Prozent annähere sei das Ergebnis einer "alles durchdringenden globalen Intrige", bei der Intel PC-Anbieter zwinge, mit AMD keine Geschäfte zu machen.

Zur Untermauerung haben McCoy und eine externe Anwaltskanzlei 38 Fälle aufgelistet, deren Namen sich wie das "Wer ist wer" der IT-Branche lesen. So soll Intel an Dell, Sony, Toshiba und Gateway Millionen für den ausschließlichen Einkauf von Intel-Prozessoren gezahlt haben. In Folge dessen, so behauptete AMD, sei der Anteil von AMD-Computern im Sony-Sortiment von 23 Prozent auf null Prozent binnen drei Jahren gesunken sein.

Schweigen ist auch eine Aussage

Acer, NEC und Fujitsu habe Intel in Teil-Exklusivvereinbarungen gezwungen, so AMD. Nur wer ein Minimum seiner Prozessoren beim Konkurrenten beziehe, hätte von Intel Rabatte und anderweitige Zuschüsse erhalten. Im margenschwachen PC-Geschäft gelten Rabatte als überlebensnotwendig. In Deutschland sei AMD von der Belieferung von Media-Markt-Saturn ausgeschlossen. Die Kette ist Europas größter Computereinzelhändler. Rund 35 Prozent der Computerverkäufe an Endkunden liefen über Media Markt und Saturn, hieß es. Im Gegensatz zu Intel ist AMD fast vollständig auf das Endkundengeschäft angewiesen.

Intel wies die Vorwürfe scharf zurück. Von den aufgeführten Firmen wollte niemand Stellung nehmen. Jens Drews wertet das Schweigen als Erfolg. "Das sagt doch schon viel, wenn von den betroffenen PC-Firmen statt eines scharfen Dementis keine Reaktion kommt", meint Drews.

Henry Lübberstedt
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.