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NEULICH IM NETZ: Mobil-Dilemma um brennende Neuheiten

Unterwegs auf die eigenen Daten zugreifen können. E-Mails lesen, schreiben. Spielen. Klar geht das. Doch mit welchem Gerät? Und welches taugt zur Feuerbekämpfung? Auf der Suche nach dem mobilen Gral der Computerwelt.

Unterwegs auf die eigenen Daten zugreifen können. E-Mails lesen, schreiben. Spielen. Klar geht das. Doch mit welchem Gerät? Und welches taugt zur Feuerbekämpfung? Auf der Suche nach dem mobilen Gral der Computerwelt.

Den Akku zu Tode speichern

Ein Notebook vielleicht? Nicht nur, weil das alte den Weg alles Irdischen gegangen ist, sondern weil man ja nicht immer am Schreibtisch sitzen kann. Und trotzdem wissen will, wann der Handwerker kurz vorher absagt, die Lieblings-Hotline erreichbar ist oder ob der persönliche Telekom-Kundenberater Geburtstag hat. Das Notebook kann alles, was der Desktop-PC auch kann. Das Dumme: Es ist sündhaft teuer, nach einem Messetag unendlich schwer und auf der Zugfahrt nach Berlin sollte tunlichst nicht zu oft gespeichert werden, weil sonst der Akku nicht bis in den Bahnhof hält.

iPAQ - die Feuerwehr unter den Pocket PCs

Wie wäre es also mit einem Taschenrechner? Also einem Pocket PC, einem Palm oder ähnlichem? Gerade das Gerät von Compaq bietet wesentlich mehr fürs Geld als vergleichbare Angebote. Original-Zitat aus der Pressemitteilung vom 30. April: »Mit Beginn der diesjährigen Waldbrandsaison werden die Brandbekämpfer im Westen der USA eine weitere Waffe im Kampf gegen die Flammen einsetzen können: den mehrfach ausgezeichneten iPAQ Pocket PC von Compaq.« Tolle Sache. Wenn also beim Spaziergang der Park Feuer fängt, einfach den iPAQ mit dem MacGyver-Toolkit an einen Spazierstock zimmern und die Flammen auspatschen. Bitte beachten Sie, dass hinterher das Microsoft-Betriebssystem ein Update vertragen könnte.

Doch selbst in feuerfesten Umgebungen sind die Teile praktisch. Sie passen in die Jacke, mittlerweile gibt es super-smarte Klapptastaturen, und die Batterielaufzeit schlägt alle Notebooks um Längen. Bloß alles können können sie nicht. Spiele, die man jetzt nicht mehr öffentlich spielen darf, laufen nicht, und auch die Vielfalt der Office-Palette steht nur in deutlich kastrierten Varianten zur Verfügung. Versuchen Sie mal auf einem Palm ein grafisch orientiertes Organigramm zu erstellen... Und außerdem können die Kleinen nicht telefonieren. Und wenn, ist es hinderlich, immer den eigenen Ohrabdruck auf dem zarten Display zu finden. Kann das Notebook auch nicht, wäre aber praktisch.

Kann alles, nützt nichts

Also ein Smartphone? Jene Supergeräte, die vor Vielfalt nur so platzen? Eigentlich viel zu schwer für ein Telefon, pardon: Handy. Dazu kommt, dass bei den meisten dieser Geräte erst einmal ein Extra-Diplom für verletzungsfreies Arbeiten abgelegt werden muss. Egal, wir sind ja modern. Nur Büroarbeiten machen damit garantiert keinen Spaß. Da gilt das Statement eines Kollegen, der sofort das niegelnagelneue NEC für i-Mode haben musste. Welches Business-Problem denn dieses Geräte löse, das je nach ich-weiss-nicht-was in verschiedenen Farben leuchtet: »Keines«, war die Antwort, »aber es macht Spaß«. Fast so viel Spaß, wie neue Termine auf ein winziges Zettelchen Papier zu kritzeln, zuhause die eigenen Notizen kaum mehr lesen zu können und dann mit Freunden zu telefonieren, weil die vereinbarten Termine eben doch nicht klappen, weil was dazwischen kommen wird.

Also doch die eierlegende Wollmilchsau

Also, liebe Industrie: Wenn Ihr einen Palm mit mindestens 12-Zoll-Display, mindestens 12 Stunden Akkuleistung und höchstens 120 Gramm Gewicht entwickelt habt, der in die Jackentasche passt und das Handy ersetzt, gebt bitte kurz Bescheid.

Guido Augustin