HOME

Inflation in Deutschland: Obst, Gemüse und Lotto machen das Leben teurer

Zwar erleben deutsche Verbraucher momentan Preissteigerungen, deren Auswirkungen sind jedoch ziemlich gering. Einzelne Produkte weisen allerdings horrende Verteuerungen auf - besonders Nahrungsmittel.

Kräftige Preiserhöhungen für Lebensmittel und Lotto haben die deutsche Inflationsrate erstmals seit einem halben Jahr wieder steigen lassen. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im April hatte die Teuerungsrate mit 1,2 Prozent noch den tiefsten Stand seit September 2010 erreicht, weil sich vor allem Energie wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung verbilligt hatte. Trotz des Anstiegs herrschen nach Definition der Europäischen Zentralbank stabile Preise, die diese bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet sieht.

Die meisten Ökonomen gehen für 2013 nur von einer mäßigen Inflation aus. "Der Preisanstieg wird gering bleiben", erklärte das Hamburger HWWI-Institut und schätzt den Jahresschnitt auf 1,4 Prozent. "Der zugrundeliegende Trend bleibt moderat", sagte auch Analyst Stephan Rieke von der BHF-Bank. Für Schub habe zuletzt der Anstieg bei den Lebensmittelpreisen gesorgt.

Preistreiber Eisbergsalat

Die Statistiker betonten: "Nahrungsmittel bestimmen zunehmend die Teuerungsrate." Schon seit rund anderthalb Jahren verteuern sie sich stärker als die Lebenshaltungskosten insgesamt. Im Mai mussten die Verbraucher 5,4 Prozent mehr für Lebensmittel ausgeben. Insbesondere für Gemüse (+12,1 Prozent) und Obst (+9,2) sowie für Speisefette und -öle (+9,7) wurde mehr verlangt, ebenso für Fleisch und Fleischwaren (+5,6) sowie für Molkerei-Produkte und Eier (+4,3). Auch Liebhaber von Kopf- und Eisbergsalat mussten tiefer in die Tasche greifen und einen Preisanstieg von 62 Prozent hinnehmen. Für Glücksspiele gab es einen Aufschlag von 21,1 Prozent, "vor allem infolge der Preiserhöhung für die Spieleinsätze bei Lotto '6 aus 49'".

Entlastung gab es unterdessen für die Verbraucher teilweise bei der Energie. Insgesamt verteuerten sich diese Produkte zwar um 1,6 Prozent binnen Jahresfrist. Tanken verbilligte sich jedoch um 3,7 Prozent, leichtes Heizöl um knapp sechs Prozent. Haushaltsenergie insgesamt verteuerte sich um 4,5 Prozent - getragen von einem Plus von über zwölf Prozent bei Strom. Um fast ein Fünftel billiger als im Vorjahr wurde nach dem Wegfall der Praxisgebühr auch der Arztbesuch; Fernseher und Digitalkameras kosteten zehn Prozent weniger.

ono/Reuters / Reuters