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Nach Rückruf-Desaster: Japanischer Airbag-Hersteller Takata meldet Insolvenz an

Takata spürt die Folgen des Airbag-Skandals deutlich: Der japanische Hersteller muss Insolvenz anmelden. Ein Käufer für das Unternehmen ist bereits gefunden. 

Takata hat in der Airbag-Branche einen Weltmarktanteil von 20 Prozent inne

Takata hat in der Airbag-Branche einen Weltmarktanteil von 20 Prozent inne

Der japanische Autozulieferer Takata hat am Montag vor dem Bezirksgericht in Tokio einen Insolvenzantrag eingereicht. Drei Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um explodierende Airbags können der Mutterkonzern sowie US-Tochter TK Holdings den Zahlungsaufforderungen nicht mehr nachkommen. In Europa ist dagegen kein Insolvenzverfahren geplant. Nach Angaben eines Sprechers verfügt Takata dort weiterhin über eine "solide finanzielle Basis" und ist finanziell von anderen Regionen unabhängig.

Airbags könnten tödlich sein

Takata und der US-Zulieferer Key Safety Systems erzielten demnach eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf des japanischen Konzerns zu einem Preis von rund 175 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro). KSS gehört wiederum der chinesischen Firma Ningbo Joyson Electronic - der Name Takata dürfte nach der Übernahme verschwinden.

Die explodierenden Airbags werden mit 16 Todesfällen weltweit in Verbindung gebracht, darunter elf in den USA. Die eingebauten Luftkissen von Takata konnten in Sekundenbruchteilen platzen und durch heiße Metallteile Fahrer und Beifahrer verletzen oder töten. Fast 100 Millionen Fahrzeuge mussten zurückgerufen werden, davon 70 Millionen davon in den USA.

fri / AFP / DPA
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