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Jack Welch: Der "Manager des Jahrhunderts" ist gestorben - das sagt Donald Trump über ihn

Jack Welchs steiler Wachstumskurs für General Electric galt lange als Vorzeige-Management. Nun ist der Manager mit dem radikalen Führungsstil gestorben. Sehr zum Leidwesen des US-Präsidenten.

Jack Welch starb am Sonntag

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Er war der Superstar des US-Managements. Jack Welch trieb den Energie- und Technikkonzern General Electric zu immer neuen Höhen, riss Hierarchien ein und feuerte routiniert Mitarbeiter, die nicht genug leisteten. Nun ist der "Manager des Jahrhunderts" gestorben. 

"Jack Welch, früherer Vorsitzender und CEO von General Electric, eine Business-Legende, ist gestorben. Es gab keinen Wirtschafts-Boss wie "'Neutronen-Jack'", twitterte US-Präsident Donald Trump. Und machte gleich klar, warum er ihn so schätzte: "Er war mein Freund und Unterstützer. Wir machten großartige Deals zusammen."

 

Tatsächlich war Welch ein leidenschaftlicher Republikaner, warf Trumps Vorgänger Barack Obama mehrfach vor, die Arbeitslosenzahlen zu manipulieren, leugnete den Klimawandel als Angriff auf den Kapitalismus - und empfahl Unternehmen trotzdem, nachhaltige Produkte herzustellen. "Ob man an Klimawandel glaubt oder nicht: Die Welt will diese Produkte."

Neutronen-Jack, der gnadenlose Manager

Bekannt wurde Welch als Chef der von Thomas Edison persönlich gegründeten Elektrofirma General Electric. Nachdem er das Unternehmen 1981 als jüngster CEO übernommen hatte, führte er es von einem Rekord zum nächsten. Bis zu seinem Abtreten 2001 hatte sich der Wert des Konzerns verdreißigfacht. Statt Strom und Eletronikgeräte zu verkaufen, hatte er in Immobilien investiert, andere Unternehmen geschluckt und so das Geschäftsfeld immer weiter erweitert. Zudem riss er Hierarchien ein und wollte Ideen durch das ganze Unternehmen hinweg geteilt wissen. 1999 ernannte ihn das etablierte "Fortune"-Magazin zum "Manager des Jahrhunderts".

Den auch von Trump benutzten Spitznamen "Neutronen-Jack" verdankte Welch seinem gnadenlosen Führungsstil. Wie eine Neutronenbombe hinterließ der Manager intakte, aber von gefeuerten Angestellten leer hinterlassene Gebäude, feixte die Branche. Dazu etablierte er das Prinzip des "Rank and yank" (Etwa: Befördern und loswerden). Dabei wurden die best-performenden 20 Prozent der Manager jedes Jahr mit Boni und Aktienoptionen überschüttet - und die 10 Prozent mit der schlechtesten Leistung gefeuert. So trieb er sein Team immer zu Bestleistungen an.

Wie erfolgreich das war, ist durchaus umstritten. Welch selbst erklärte bei seinem Abtreten, man solle ihn nicht nur an den 20 Jahren seiner Führung messen, sondern auch an den 20 danach. Später wollte er davon lieber nichts mehr wissen: Seit seinem Abgang ist General Electric deutlich eingebrochen, 2019 wurde die Firma nach 122 Jahren aus dem wichtigen US-Aktienindex Dow Jones Industrial Average geworfen. Als Gründe sehen viele auch Welchs Führungsstil: Der habe bei seinen Managern dazu geführt, immer den schnellen Vorteil zu suchen und nicht auf lange Sicht zu planen. 

Trotzdem konnte Welch auch nach General Electric weiter mit der Strategie Erfolg haben: Er gründete eine auf seinen Prinzipien beruhende Business-Schule, die über Jahre als eine der besten in den USA galt. Zudem schrieb er regelmäßig eine Kolumne für das Fortune-Magazin.

Welch starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren an Nierenversagen.

mma