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Amazon-Gründer: Ehe-Aus von Jeff Bezos: Es droht die teuerste Scheidung aller Zeiten

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt. Noch. Nach den Gesetzen seines Heimatstaates Washington muss er bei der anstehenden Scheidung von seiner Frau wohl die Hälfte seines Vermögens abgeben.

Jeff und MacKenzie Bezos

Die teuerste Scheidung aller Zeiten? Jeff und MacKenzie Bezos trennen sich

DPA

Die Zeilen, mit denen Amazon-Chef Jeff Bezos sein Ehe-Aus verkündete, hätten rührseliger kaum sein können. Man sei "unglaublich glücklich", sich gefunden zu haben und "zutiefst dankbar" für jedes einzelne der 25 Ehejahre, schreiben Jeff und MacKenzie Bezos in einem via Twitter verbreiteten Schreiben. Der Tonfall sei derart romantisch, dass man glatt überlesen könne, dass hier jemand seine Scheidung bekannt gebe, witzelt das US-Magazin "Slate". Das Ganze klinge eher als feierten zwei Liebende ihr Ehe-Jubiläum.

Doch die schönen Worte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Scheidung des Ehepaares Bezos eine ganz besondere Brisanz birgt. Denn bei aller Liebe: Die finanziellen Implikationen des Falls sprengen die Dimensionen Normalsterblicher. 

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, ist laut Forbes-Liste der reichste Mensch der Welt. Sagenhafte 137 Milliarden US-Dollar beträgt sein Vermögen. Noch, muss man sagen. Denn schon bald könnte es nur noch die Hälfte sein. Nach den Gesetzen des US-Bundesstaates Washington, in dem die Bezos' zu Hause sind, wird bei einer Scheidung das gesamte Vermögen gerecht geteilt, welches die Eheleute im Laufe ihrer Ehe angehäuft haben, berichtet der US-Sender "CNBC". Da Jeff Bezos seine Frau MacKenzie 1993 heiratete - und damit ein Jahr vor der Gründung von Amazon - wäre nahezu sein gesamtes Vermögen betroffen.

Frau Bezos würde die reichste Frau der Welt

Eine faire Aufteilung bedeute zwar nicht zwingend, dass alle Vermögensgüter hälftig geteilt werden, doch im Falle der Bezos', würde ein Richter wohl nicht stark davon abweichen, erklärt Scheidungsanwalt David Starks aus Seattle gegenüber "CNBC". Zu den Besitztümern der Bezos' gehören nicht nur 16 Prozent an Amazon, sondern auch umfangreiche Ländereien oder die "Washington Post", die Bezos 2013 für 250 Millionen Dollar kaufte. Der Großteil des Vermögens aber besteht aus den Anteilen an Amazon, dem wertvollsten Konzern der Welt. Es sei daher davon auszugehen, dass die Scheidung die Besitzverhältnisse an Amazon ändern werde, sagt Jura-Professor Jordan Neyland zu "CNBC".

In jedem Fall hätte MacKenzie Bezos wohl ein Anrecht auf Vermögensgüter von mehr als 60 Milliarden Dollar, was sie auf einen Schlag zur reichsten Frau der Welt machen würde. Die Forbes-Liste der reichsten Frauen führt aktuell Alice Walton, Tochter des Walmart-Gründers Sam Walton, mit rund 45 Milliarden Dollar an.

Wohl kein Ehevertrag

Ausgehebelt würden die staatlichen Scheidungs- und Verteilungsgesetze nur, wenn die Bezos' einen Ehevertrag abgeschlossen hätten, in dem andere Bedingungen festgelegt sind. Das US-Promiportal "TMZ" will aber erfahren haben, dass kein solcher Ehevertrag existiert.

Kennengelernt hatte sich das Paar Anfang der 90er Jahre bei einer Hedgefonds-Firma an der Wall Street, für die beide arbeiteten. Als Jeff Bezos 1994 Amazon gründete, war seine Frau MacKenzie eine der ersten Mitarbeiterinnen, zuständig für Buchhaltung und Finanzen. Die Princeton-Absolventin MacKenzie machte auch als Schriftstellerin von sich reden, 2005 gewann sie den American Book Award. Über MacKenzies Fähigkeiten sagte Jeff Bezos vor rund einem Jahr in einem Interview, er habe sich eine Frau gesucht, "die mich aus einem Gefängnis in der dritten Welt befreien könnte". Man darf gespannt sein, wie die mutmaßlich teuerste Scheidung aller Zeiten vonstatten geht.

Quellen: CNBC / Slate / TMZ / Forbes

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