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Vermögen aufbauen: Ein Experte erklärt: Es gibt vier Möglichkeiten, Millionär zu werden

Der Autor Tom Corley hat Millionäre befragt, wie sie ihr Vermögen erlangt haben. Dabei ging es nicht um Lotto-Gewinne, sondern um Lebenswege und Strategien. Vier Möglichkeiten hält der Experte für aussichtsreich - aber nur eine ist risikofrei.

Junger Millionär am Flughafen

Experte erklärt, wie man zum Millionär wird.

Getty Images

Reich geboren zu werden, ist wohl der einfachste Weg, um Vermögen zu besitzen. Wer sich ein Millionenvermögen selbst aufbauen will, muss meist hart arbeiten. Doch kann man sich wirklich einen solchen Reichtum erarbeiten? Wie haben Multimillionäre das geschafft? Wie sind sie dahin gekommen? 

Diese Fragen stellte sich auch Tom Corley, als er im Jahr 2004 anfing, Superreiche für seine "Rich Habits"-Studie zu interviewen, berichtet "CNBC". Ihm ging es um die Angewohnheiten und Eigenschaften der Menschen, die sich ein Vermögen aufgebaut haben. Er führte mit 233 Millionären Gespräche über deren Leben. Durchschnittlich verfügten diese Personen über ein Vermögen von 3,2 Millionen Dollar und bekamen ein jährliches Gehalt von 160.000 Dollar. Er erkannte Muster - und arbeitete vier Wege heraus, um ein Millionenvermögen anzuhäufen.

1. Die Sparer-Anleger-Strategie

Rund 22 Prozent der von Corley interviewten Personen haben mit diesem Weg ihr Vermögen erlangt. Corley fügt an, dass der Spar-Weg nicht nur der einfachste Weg ist, sondern - wenn früh begonnen wird - auch der mit den höchsten Chancen auf Erfolg. Die Sparer-Millionäre konnten Mitte bis Ende ihrer 30er-Lebensjahre die erste Million verbuchen und erlangten mit Mitte 50 ein durchschnittliches Nettovermögen von 3,3 Millionen Dollar. 

Die meisten in dieser Gruppe verdienten nur ein Mittelklasse-Einkommen, berichtet Corley. Allerdings räumt er ein, dass es schon sechsstellig im Jahr war. Und wenn nicht, lebten diese Menschen sehr sparsam. Niedrige Lebenshaltungskosten ziehen sich wie ein rotes Band durch ihr Leben. Statt hoher Ausgaben wurde alles angespart. Mindestens 20 Prozent und mehr ihres Monatsgehalts wurde auf die hohe Kante gelegt - und natürlich investiert. Die Sparer-Gruppe hat also das Geld umsichtig für viele Jahre angelegt. Corley weiß aber auch, dass die Sparer-Anleger-Strategie nicht jedermanns Sache ist. "Es erfordert enorme finanzielle Disziplin und langfristiges Engagement", schreibt er bei "CNBC".

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2. Der Pfad für Träumer

Dies ist laut Corley der schwierigste Weg, um Reichtum zu erlangen. Denn um einen Traum zu verwirklichen, muss man entweder ein Unternehmen gründen oder ein erfolgreicher Schauspieler oder Musiker werden. Rund 28 Prozent der Reichen in seiner Studie gehörten zu dieser Gruppe und sammelten in einem Zeitraum von zwölf Jahren ein durchschnittliches Nettovermögen von 7,4 Millionen Dollar ein - deutlich mehr, als alle anderen Gruppen. 

Gemeinsam hatte diese Reichen-Gruppe, dass sie für ihren Traum gelebt haben. Sie knieten sich leidenschaftlich in die Arbeit und hatten ein konkretes Ziel, dem sie alles andere untergeordnet haben.

"Wer diesen Weg gehen will, muss jedoch bereit sein, lange zu arbeiten und mit finanzieller Belastung umzugehen. Die Träumer in meinem Arbeitszimmer haben mehr als 61 Stunden pro Woche gearbeitet, bevor sie endlich ihre Träume verwirklicht haben", so Corley. "Wochenenden und Ferien gab es fast nicht." Einige seiner Interviewpartner berichten, dass es gerade zu Beginn eine schwere Zeit gewesen sei. Einige kauften sich kein Haus oder lösten sogar die Altersvorsorge auf, um alle finanziellen Mittel in den Traum zu stecken. Ein hohes Risiko - und daher auch nicht für alle geeignet.

3. Der Karriere-Kletterer

Die Kletterer arbeiten in großen Konzernen und konzentrieren sich darauf, möglichst schnell, Karriere zu machen. Dies sei laut Corley der zweitschwierigste Weg, um Millionär zu werden. Rund 31 Prozent der Befragten schafften es so. Durchschnittlich brauchten sie 22 Jahre, um auf ein Vermögen von 3,4 Millionen Dollar zu kommen. "In den meisten Fällen stammte ihr Vermögen entweder aus Aktienpaketen oder einer Gewinnbeteiligung", so Corley.

Die Kletterer müssen sich auf lange Arbeitszeiten einstellen, müssen ausgezeichnete Netzwerker sein und sich daran gewöhnen, viel reisen zu müssen und auch einen Großteil des Urlaubs für den Job zu opfern. Allerdings gibt es einen Risikofaktor, den man selbst nicht beeinflussen kann, so Corley: "Wenn Ihr Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten hat, werden Ihre Zeit und Investitionen möglicherweise nicht in dem Maße belohnt, wie Sie es erwartet hatten."

4. Die Strategie der Talente

Ungefähr 19 Prozent der Studienteilnehmer konnten den Weg der Talente beschreiten. Sie gehören zu den Besten in ihrem Beruf, erhalten hohe Prämien und werden für viel Geld abgeworben. Das Wissen oder die Fähigkeiten dieser Menschen sind herausragend. Einige arbeiten im medizinischen, andere im juristischen Bereich. Mal lohnt sich eine Anstellung bei einem großen Unternehmen, mal sind sie hochprofitable Kleinunternehmer. 

Corley räumt ein, dass den wenigsten diese Fähigkeiten in den Schoß gelegt worden sind, sondern sich diese Gruppe der Menschen ihr Knowhow hart erarbeitet hat. Teure Unis oder Schulen, viel Zeit zum Lernen und die besten Coaches - das gefällt nicht allen. Außerdem muss zunächst viel investiert werden, bevor sich die harte Arbeit auszahlt, so Corley. 

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