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Empörung über Fast-Food-Kette "Gedenktag an die Reichspogromnacht": KFC entschuldigt sich für App-Angebot

Das Logo der Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken (KFC) vor einer Filiale des Unternehmens in München
Das Logo der Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken (KFC) vor einer Filiale des Unternehmens in München
© Andreas Gebert / DPA
"Gönn dir ruhig mehr zarten Cheese zum knusprigen Chicken", hieß es in einem Angebot der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken, die per App gesendet wurde. Betitelt wurde die Nachricht mit "Gedenktag an die Reichspogromnacht". In sozialen Medien sorgte das für einen Aufschrei. KFC entschuldigt sich.

"Gedenktag an die Reichspogromnacht. Gönn dir ruhig mehr zarten Cheese zum knusprigen Chicken. Jetzt bei KFCheese!"

Diese Nachricht wurde über die Smartphone-App der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) in Deutschland verbreitet, wie Fotos auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigen. Die Nachricht und dieses Angebot sorgten in sozialen Medien für Kritik und Empörung. Auf Twitter schrieb etwa ein Nutzer: "Geht es noch geschmackloser? Ich deinstalliere jetzt die App, das geht zu weit und ist nicht zu entschuldigen."

KFC Deutschland reagierte auf das verschickte Angebot zum Gedenktag mit einer Entschuldigung – ebenfalls per App, wie Screenshots auf Twitter zeigen. "SORRY, UNS IST EIN FEHLER PASSIERT. Durch einen Fehler in unserem System haben wir eine inkorrekte und nicht angemessene Nachricht über unserer (sic!) App verschickt. (…) Bitte entschuldige diesen Fehler. Team KFC."

KFC: Halbautomatischer Prozess Schuld an Push-Nachricht

In einem Statement von KFC, welches dem stern vorliegt, heißt es: "Heute (9. November) wurde eine automatisierte Push-Benachrichtigung an die Nutzer:innen der KFC-App in Deutschland verschickt, die eine unsensible und inakzeptable Nachricht enthielt. Dafür entschuldigen wir uns."

Grund für die Push-Benachrichtigung sei ein halbautomatischer Prozess gewesen, der die Basis für die Erstellung solcher Inhalte für die App sei. Dieser Prozess sei mit Kalendern verbunden, die Feier-, Gedenk- und Aktionstage enthalten.

"In diesem Einzelfall wurde unser interner Überprüfungsprozess nicht ordnungsgemäß eingehalten. Das führte dazu, dass versehentlich diese nicht autorisierte Meldung verbreitet wurde. Daraufhin haben wir umgehend die App-Kommunikation eingestellt."

9. November "Schicksalstag" der Deutschen

Derzeit würden alle Prozesse und Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit der App-Kommunikation überprüft.

"Wir betonen, dass es in keiner Weise unsere Absicht war, den Ernst und die historische Bedeutung der Reichspogromnacht zu verharmlosen oder Opfer bzw. deren Nachfahren zu verletzen. KFC setzt sich dauerhaft und aktiv für Gleichberechtigung, Inklusion und Teilhabe aller Menschen ein", hieß es in dem Statement weiter.

Der 9. November gilt als "Schicksalstag" der Deutschen. Am 9. November 1918 war vom Berliner Reichstag aus die Republik ausgerufen und so das Ende der Monarchie besiegelt worden. Am 9. November 1938 fanden die Pogrome der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung statt. In ganz Deutschland brannten Synagogen, wurden Geschäfte geplündert und zerstört, Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, willkürlich verhaftet und ermordet. Der 9. November 1989 schließlich steht für den Fall der Berliner Mauer und das Ende der Teilung Deutschlands.

rw / mit Nachrichtenagentur DPA

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