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Konjunktur: Deutsche Wirtschaft lahmt

Schlechte Nachrichten für die deutsche Wirtschaft: Nach einem fulminanten Jahresstart schwächelte sie im zweiten Quartal und wuchs fast nicht mehr. Grund dafür sind die Euro-Schuldenkrise und eine schwache US-Konjunktur.

Rezessionsängste haben die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2011 gebremst. Nach dem fulminanten Jahresstart schwächte sich das Wachstum im Vergleich ersten Vierteljahr (plus 1,3 Prozent) deutlich auf 0,1 Prozent ab. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden erste Prognosen.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kam auch wegen der Staatsschuldenkrise im Euroraum und der schwächelnden US-Konjunktur nahezu zum Erliegen. Zusammen mit höheren Energiepreisen habe dies den privaten Konsum erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder ins Minus (0,7 Prozent) gedrückt. Obgleich die Konsumausgaben des Staates mit 0,2 Prozent leicht im Plus lagen, dämpfte der schwächelnde inländische Konsum insgesamt das Wachstum.

Auf Jahressicht wuchs die Wirtschaftsleistung damit nach den neuesten Angaben preisbereinigt um 2,8 Prozent. Das zeige, dass der Aufschwung in Deutschland nicht beendet ist. Volkswirte erwarten im Gesamtjahr ein Wachstum von bis zu drei Prozent. Die insgesamt gute Konjunkturentwicklung im ersten Halbjahr drückte auch die deutsche Defizitquote kräftig auf 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) nach unten.

Positive Impulse kamen preis-, saison- und kalenderbereinigt im Vorquartalsvergleich wieder von den Exporten. Da die Importe im selben Zeitraum aber noch stärker zulegten, rutschte der Außenbeitrag ins Minus. Die höheren Einfuhren lagen nach den Angaben nicht zuletzt am deutschen Atomausstieg: Strom wurde kaum noch exportiert, sondern musste verstärkt importiert werden, um die Nachfrage zu befriedigen.

Infolge des starken Anstiegs der Importe wurden vermehrt Vorräte aufgebaut, die Anlageinvestitionen insbesondere in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge nahmen deutlich (plus 1,7 Prozent) zu. Nach dem fulminanten ersten Quartal mit plus 7,0 Prozent gingen die Bauinvestitionen dagegen erwartungsgemäß um 0,9 Prozent zurück.

fro/DPA / DPA