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Konjunktur: Wirtschaft bleibt optimistisch

Der befürchtete Einbruch der deutschen Konjunktur ist bislang ausgeblieben. Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich im Mai sogar noch verbessert. Die Exportchancen sind weiterhin gut und auch der Einzelhandel blickt zuversichtlich in die kommenden Monate.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 102,4 Punkten im April auf 103,5 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mitteilte. Die erwartete Konjunkturabkühlung in den kommenden Monaten dürfte moderat ausfallen, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. 55 von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Rückgang des vielbeachteten Konjunkturbarometers auf 102,0 Punkten gerechnet, nachdem es im April erstmals in diesem Jahr ein Minus gegeben hatte.

Die 7000 befragten Manager bewerteten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate optimistischer. Der Teilindex für die Erwartungen stieg überraschend von 96,7 auf 97,3 Punkte. Auch der Index für die Lage kletterte entgegen den Prognosen von 108,4 auf 110,1 Punkte.

Bis auf den Bau hellte sich das Klima in allen wichtigen Branchen auf. Trotz des starken Euro und der weltweiten Konjunkturabkühlung rechnen sich die Industrieunternehmen weiter gute Exportchancen aus. Auch der Einzelhandel blickt wieder optimistischer nach vorn. Im Jahresverlauf sollte der Konsum moderat anziehen, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Einen Konsumrausch werde es aber nicht geben. Den Konsum sehen viele Experten in der Rolle der Konjunkturlokomotive. Allerdings dämpfen steigende Preise für Lebensmittel und Energie die Kaufkraft der Verbraucher und verhinderten bislang eine kräftige Erholung.

Robuster Aufschwung hält an"

Ökonomen zufolge deuten die Ifo-Daten auf einen robusten Aufschwung hin. "Damit beweist sich, dass die deutsche Wirtschaft besser positioniert ist als die meisten anderen europäischen Nachbarländer", sagte UniCredit-Experte Alexander Koch. Die Industrie sitze auf einem komfortablen Auftragspolster. Das werde einen Absturz in den kommenden Monaten verhindern.

Die meisten Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt 2008 das dritte Jahr in Folge um mehr als zwei Prozent wächst. Auch das Ifo-Institut kündigte nach dem starken ersten Quartal an, seine Wachstumsprognose von bislang 1,6 Prozent anzuheben. Die Wirtschaft hatte von Januar bis März mit 1,5 Prozent das stärkste Wachstum seit fast zwölf Jahren geschafft.

Reuters / Reuters