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Konjunkturumfragen von Ifo und GfK: Volle Taschen, pralle Stimmung

Eurokrise hin oder her: Die Deutschen lassen sich die Stimmung zu Weihnachten nicht vermiesen. Weder Verbraucher noch Unternehmen. Für 2012 erwarten sie Großes.

Die Deutschen lassen sich die Laune kurz vor Weihnachten nicht verderben. Trotz Eurokrise und Rezessionsängsten bleibt das Konsumklima in Deutschland konstant hoch. Zum ersten Mal seit fünf Monaten sind die Bürger optimistischer, was die Erwartungen an die Konjunktur angeht. Das sind die beiden wichtigsten Ergebnisse der monatlichen Umfrage des Marktforschungsunternehmen GfK. Eine weitere Erhebung zeigte ein ebenso zuversichtliches Bild bei den Unternehmen. Laut Ifo-Geschäftsklimaindex stieg die Stimmung dort im Dezember den zweiten Monat in Folge.

Die aktuelle Kauflust der Deutschen erlitt in der Umfrage auf hohem Niveau allerdings einen kleinen Dämpfer. Sprich: Die Anschaffungsneigung ging etwas zurück, was der Einzelhandel zu spüren bekommt. Dessen Weihnachtsgeschäft läuft recht schleppend. Im November und Dezember werden ingesamt nur 1,5 Prozent mehr Umsatz erwartet als 2010. Vor allem Einkaufsstraßen in kleineren Städten waren oft nur schwach besucht.

Da die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung im Land aber hoch sind - gepaart mit entsprechenden Hoffnungen auf Lohnsteigerungen -, blieb der Konsumklimaindex konstant. Positive Folge der Finanzkrise für den Einzelhandel: Die Verbraucher tendieren laut GfK dazu, "eher werthaltige Anschaffungen zu tätigen als ihre finanziellen Mittel gegen historisch niedrige Zinsen auf die hohe Kante zu legen".

Analysten auf dem falschen Fuß erwischt

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember um 0,6 auf 107,2 Zähler und damit den zweiten Monat in Folge. Die skeptischen Analysten wurden wie bereits im Vormonat auf dem falschen Fuß erwischt, da sie mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten. "Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung Westeuropas erfolgreich zu trotzen", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. "Insofern ist für Weihnachten Gutes zu vermelden." Für Deutschland sieht das Institut derzeit keine Rezessionsgefahr.

Obwohl viele Konjunkturforscher für 2012 nur ein mageres Wachstum voraussagen, beurteilen die befragten Manager die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate sogar besser und stimmen damit mit den Verbrauchern überein. Das entsprechende Ifo-Barometer stieg auf 98,4 Zähler von 97,3 Punkten. Die aktuelle Lage schätzten sie mit einem Indexwert von 116,7 zum Vormonat unverändert ein. Für sein monatliches Barometer wertet das Institut etwa 7000 Meldungen von Firmen aus.

Passend zu dem Zahlenwerk zeigt sich am Dienstag auch die Börse guter vorweihnachtlicher Stimmung: Der Dax liegt mit rund einem Prozent im Plus.

ben/AFP/Reuters / Reuters