HOME

KONSUMGÜTERMESSE: Sprechende Fußmatten und faltbare Vasen

Kondombehälter mit eingebautem Kerzenständer, teure Espresso-Maschinen oder exklusives Kunsthandwerk - witzig und poppig präsentiert sich die Konsumgütermesse Tendence.

Sprechende Fußmatten, faltbare Plastik- Vasen, Kondom-Behälter mit eingebautem Kerzenständer, Karten aus Plüsch, Ringe aus Gummischläuchen - witzig und poppig präsentiert sich die Konsumgütermesse Tendence noch bis zum 28. August in Frankfurt. Gleichzeitig zeichnet sich aber ein gegenläufiger Trend ab, der das Edle, Exklusive sucht. Die 4715 Aussteller aus 82 Ländern präsentieren auch luxuriöse Badezimmer-Einrichtungen, teure Espresso- Maschinen oder Kunsthandwerk aus aller Welt.

Edles und Exklusives im Trend

Was sich auf der Tendence schon abzeichnet, wird sich in den nächsten Jahren verstärken, glaubt der Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Gerhard Gladitsch. Er erwartet »gravierende Veränderungen« im Kaufverhalten bei Konsumgütern. Bisher hätten oberes, mittleres und unteres Preissegment jeweils ein Drittel des Marktes bestritten. »Jetzt beobachten wir einen Trend nach oben und nach unten von der Mitte.« Künftig werde das obere Segment 40 und das untere 50 Prozent ausmachen, für die Mitte blieben nur zehn Prozent.

Die Tendence hat diese Polarisierung des Marktes schon verinnerlicht. Sie bedient in diesem Jahr erstmals das untere Preissegment in einer eigenen Halle, wo Massenware für Massen- Einkäufer feilgeboten wird. Auch der exklusive Geschmack wird gesondert bedient, beispielsweise in einer eigenen Halle für Kunsthandwerk.

Hoffnung auf gute Geschäfte

Die Hersteller blicken »vorsichtig optimistisch« auf den Herbst und die Herbstmesse. Das Ordervolumen werde in etwa dem des Vorjahres entsprechen, hieß es, die Preise blieben stabil. En detail betrachtet ist die Stimmung im Gemischtwarenladen der Konsumgüterhersteller aber uneinheitlich: Porzellan und Keramik leiden unter der schwachen Inlandskonjunktur, den Dekorationsartikeln macht die Billig-Konkurrenz aus dem Ausland zu schaffen, Möbelhersteller machen immerhin gute Geschäfte beim Export. Hoffnung auf gute Geschäfte nährt der erfolgreiche Sommerschlussverkauf, der bei den Händlern leere Lager hinterließ.

Die schwächelnde Nachfrage trifft das hochwertige Kunsthandwerk am wenigsten, denn »das obere Preissegment funktioniert konjunkturunabhängig« wie Gladitsch sagt. Der Ramsch aber kommt zunehmend aus Fernost. Da hilft nur Einfallsreichtum im Sortiment. Produkte, die praktisch sind und witzig, gut verarbeitet und nicht allzu teuer, werden der Renner sein bei der Tendence, glauben die Organisatoren: Eine Edelstahl-Maus als Schlüsselanhänger, an der sich die Schlüssel ohne Gefahr für die Fingernägel festmachen lassen, oder ein in sich drehbares Regal, das sich ohne zu bohren zwischen Treppen-Absatz und Mauerbogen klemmen lässt. Aber auch ein Bilderrahmenhalter, der Bilder wie von alleine an der Wand schweben lässt, erfüllt die Anforderungen.

Sandra Trauner