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Landesbank Baden-Württemberg: Strafanzeige gegen LBBW-Vorstand

Mehrere Privatpersonen werfen den Vorständen der größten deutschen Landesbank LBBW Untreue vor und haben Strafanzeige erstattet. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft, ob Ermittlungen eingeleitet werden müssen.

Die Verluste der angeschlagenen Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beschäftigen auch die Justiz. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" am Freitag berichteten, prüft die Staatsanwaltschaft Stuttgart derzeit, ob gegen LBBW-Chef Siegfried Jaschinski und seine Vorstandskollegen der Verdacht der Untreue besteht. "Bei uns sind mehrere Strafanzeigen von Bürgern eingegangen", wurde die Sprecherin der Behörde von der Zeitung zitiert. "In den Anzeigen wird der Verdacht geäußert, dass die kürzlich bekannt gewordene Verluste der LBBW auch auf kriminelle Handlungen der Verantwortlichen zurückzuführen sind", wurde die Sprecherin zitiert. Nun werde geprüft, ob tatsächlich ein Anfangsverdacht bestehe und Ermittlungen einzuleiten seien. Kürzlich war bekanntgeworden, dass die LBBW für dieses Jahr mit Verlusten von etwa zwei Milliarden Euro rechnen muss.

Am Freitag beraten die Anteilseigner der Bank auf einer Gewährträgerversammlung über das weitere Vorgehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass auf dieser Sitzung der Auftrag zu einer externen Überprüfung der LBBW und ihrer Geschäfte erteilt wird. Baden-Württemberg will das Eigenkapital der LBBW um rund fünf Milliarden Euro aufstocken und erwägt dazu die Gründung einer Beteiligungsgesellschaft. Diese Kapitalsammelstelle soll rund vier Milliarden Euro beschaffen, indem sie Anleihen auf den Markt wirft.

Das Land, dessen Eigenanteil an der Kapitalerhöhung rund 1,8 Milliarden Euro beträgt, müsste zwar eine Garantierklärung für diese Gesellschaft abgeben, könnte aber zumindest auf dem Papier noch die Nullverschuldung halten. Die Stadt Stuttgart will sich als Anteilseigner der LBBW nicht an der Gesellschaft beteiligen. Das Konzept wird aber von den beiden anderen Gewährsträgern - dem Land und den baden-württembergischen Sparkassen favorisiert. Die Sparkassen erhoffen sich dadurch, dass sie kein eigenes Kapital zur Stabilisierung der LBBW einsetzen müssen.

AP / AP