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Aufzug benutzen verboten? Lieferando entschuldigt sich für seinen Boten – und macht damit alles schlimmer

Lieferando-Fahrer
Lieferando-Fahrer in Berlin
© Michael Kappeler / DPA
Dürfen Lieferando-Fahrer etwa nicht mehr den Aufzug benutzen, um das Essen auszuliefern? Ein unglücklicher Tweet des Unternehmens geht nach hinten los.

Essen ausliefern für Lieferando – das ist nicht unbedingt ein Job, um den einen viele beneiden. Bezahlung sowie Arbeitsbedingungen sind bescheiden und bei Kritik von Kunden springt das Unternehmen seinen Leuten auch nicht wirklich zur Seite. Diese Wahrnehmung ergibt sich zumindest aus einer kleinen Social-Media-Posse, die sich am Samstag auf Twitter abspielte.

Ausgangspunkt ist der Tweet eines Kunden, der sich darüber beschwert, dass der Lieferbote den Aufzug benutzt hat: "Es fuckt mich so ab, wenn der Lieferando-Fahrer den Lift benutzt. Der Lift ist nur für Hausbewohner und ihre Gäste und nicht für Arbeiter. Ich bestelle fast jeden zweiten Tag und schreibe es immer bei der Bestellung dazu, aber die lernen es einfach nicht." 

Ob die Aufzug-Aufregung wirklich ernst gemeint war, wird von manch einem schwer bezweifelt. Die Social-Media-Abteilung von Lieferando jedenfalls stufte sie als ernsthafte Beschwerde ein. Und reagierte so: "Hey! Es tut uns sehr leid, dass der Lieferant den Fahrstuhl benutzt. Sende uns gerne eine DN mit der Bestellnummer, damit wir das Ganze einmal überprüfen können." 

Lieferando-Entschuldigung sorgt für Empörung

Lieferando entschuldigte sich also nicht nur dafür, dass einer ihrer Mitarbeiter statt Treppen zu steigen Aufzug benutzt, um das Essen warm an den Kunden zu bringen. Die Bitte um Direktnachricht mit Bestellnummer legt zudem nahe, dass man den armen Liefermenschen für seine angebliche Verfehlung auch noch belangen will. 

Die Empörung darüber ließ nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Twitter-Diskutanten warfen dem Konzern ungerechte Behandlung seiner Mitarbeiter, ein ausbeuterisches Geschäftsmodell und andere Dinge vor. Auch Satiriker Jan Böhmermann schaltete sich ein, mit einem kleinen praktischen Ratschlag. "WENN man ÜBERHAUPT MAL bei Lieferando bestellt: Trinkgeld für die Fahrerinnen immer großzügig und NUR IN BAR PERSÖNLICH übergeben!", schrieb Böhmermann.

Und so sah sich Lieferando wenig später erneut zu einer Entschuldigung gezwungen, diesmal in Richtung der eigenen Leute: "Wir entschuldigen uns bei allen LieferantInnen! Natürlich stehen wir hinter euch. Es tut uns leid, dass wir uns missverständlich ausgedrückt haben. Selbstverständlich können Hilfsmittel beim Ausliefern genutzt werden." So viel also zum Hilfsmittel Aufzug.

bak

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