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Luftfahrtkonzern EADS: Milliardenauftrag von US-Luftwaffe

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat mit seinem US-Partner Northrop Grumman überraschend den milliardenschweren Auftrag des US-Militärs für den Bau von 179 Tankflugzeugen gewonnen. Das Volumen wird auf bis zu 40 Milliarden Dollar geschätzt und könnte mit folgenden Aufträgen auf mehr als 100 Milliarden ansteigen.

Die Airbus-Mutter EADS sprach am Freitag angesichts des Auftrags von einem "außergewöhnlichen Erfolg". Der Konkurrent Boeing, der als Favorit galt, zeigte sich tief enttäuscht. Aus der US-Politik gab es prompt Protest und die Forderung, die Vergabe nochmals zu überdenken.

Der US-Verteidigungsexperte Loren Thompson sagte, das Konsortium EADS/Northrop habe Boeing bei vier der fünf Vergabe-Kriterien ausgestochen und sei bei dem fünften gleichrangig gewesen. EADS-Chef Louis Gallois zeigte sich glücklich und erklärte, das Konsortium habe nicht mit Tiefstpreisen um den Auftrag gebuhlt. EADS hatte sich eigens für den Auftrag mit Northrop zusammengetan. Sie bieten den Airbus A330 an, der als Tankjet den Namen KC-30 trägt. Boeing trat mit seiner 767 an. Den A330 gibt es als Passagier- und Frachtversion. Die Maschine ist auch bei US-Airlines beliebt.

Flotte der US-Luftwaffe ist veraltet

Die US-Luftwaffe will in den kommenden Jahrzehnten ihre veraltete Flotte von 500 Tankflugzeugen austauschen, die andere Maschinen in der Luft auftanken können. Die jetzt vergebene Tranche umfasst 179 Maschinen und ist auf 15 Jahre ausgelegt.

Eine erste Vergabe 2004, bei der Boeing den Zuschlag für 100 Flugzeuge im Wert von über 20 Milliarden Dollar erhalten hatte, musste zurückgezogen werden. Damals war bekanntgeworden, dass der zuständige Air-Force-Einkaufsmanager den Preis nach oben getrieben und dann einen hohen Posten bei Boeing bekommen hatte. Es war der größte Beschaffungsskandal im Pentagon seit den 80er Jahren. Die Luftwaffe war deshalb jetzt um eine äußerst faire und transparente Entscheidung bemüht. Bei der Neuausschreibung war jedoch lange unklar, ob auch den Europäern der Zugang zu dem lukrativen US-Rüstungsmarkt gewährt werden sollte.

Nach dem Zuschlag wird EADS nach früheren Angaben nun eventuell auch grundsätzlich Frachtflugzeuge in den USA bauen und damit Boeing in seinem Heimatland Konkurrenz machen. EADS hatte dies im Januar angekündigt, auch wegen der schwachen Dollar-Entwicklung. Airbus-Chef Tom Enders hatte den Zuschlag für den Bau der Tankflugzeuge aber zur Voraussetzung dafür gemacht. Bislang hat Airbus kein Werk in den USA.

Eine Teilung des Auftrags zwischen EADS/Northrop und Boeing hatte das US-Militär angelehnt. Die wäre mit Blick auf die Folgekosten wie Training und Instandhaltung zu teuer, hatte es geheißen. Auch wären zwei Zulieferketten notwendig gewesen.

Reuters / Reuters