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Lufthansa: Rekordgewinn und Expansionspläne

Die Deutsche Lufthansa hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem der besten Ergebnisse der Firmengeschichte abgeschlossen, den Aktionären winkt eine höhere Dividende. Die gut gefüllte Kasse könnte auch für Übernahmen verwendet werden.

Bei der diesjährigen Hauptversammlung hatte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber Grund zur Freude: Für das Geschäftsjahr 2006 konnte er den Aktionären Rekordzahlen vorlegen. "Das Geschäftsjahr 2006 schließen wir mit einem der besten Ergebnisse unserer Geschichte ab", sagte Mayrhuber. "Alle Geschäftsfelder waren erfolgreich und haben bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. Unsere Aktionäre wollen wir an diesem Erfolg teilhaben lassen." Geplant ist eine Dividende von 70 Cent je Aktie, der die rund 2500 Aktionäre auf der Hauptversammlung zustimmen müssen. Die höhere Dividende entspricht 20 Cent oder 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, mit insgesamt rund 320 Millionen Euro Ausschüttung wäre dies ein Rekordniveau.

2008 wird die Umsatz-Milliarde angepeilt

2006 hatte die Lufthansa bei 19,8 Milliarden Euro Umsatz (plus 9,9 Prozent) ihr Nettoergebnis um 77,3 Prozent auf 803 Millionen Euro erhöht. Im Jahresschnitt beschäftigte das Unternehmen 93.500 Menschen, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Einschätzung von Mayrhuber ist die Lufthansa ist auch gut ins neue Jahr gestartet. Spätestens 2008 solle die Marke von einer Milliarde Euro operatives Ergebnis übersprungen werden, bekräftigte er bisherige Prognosen. Im vergangenen Jahr lag diese Messgröße bereits bei 845 Millionen Euro.

Gleichzeitig hat der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende die Übernahme anderer Airlines nicht ausgeschlossen, will aber Vor- und Nachteile genau abwägen. "Uns gehen die Fantasien nicht aus, aber eines ist klar: Wir behalten ganz sicher einen kühlen Kopf", so Mayrhuber. Die größte deutsche Fluggesellschaft wolle aus eigener Kraft wachsen, wäre aber auch zu Fusionen wie zuvor mit der Schweizer Swiss in der Lage. "Dazu bedarf es einer für beide Seiten geeigneten Gelegenheit", sagte Mayrhuber und ergänzte: "Solche Gelegenheiten würden wir auch wahrnehmen."

Fusion mit Swiss bleibt eine Option

Anfang der Woche hatte Mayrhuber die Übernahme der spanischen Iberia oder der italienischen Alitalia als zu teuer abgelehnt. Für beide Gesellschaften haben inzwischen andere Investoren Angebote in Aussicht gestellt. Die Swiss will laut Mayrhuber nach der Rückkehr in die Gewinnzone ihr Angebot weiter ausbauen. "Der Blick richtet sich nun auf die Verstärkung des Erfolgskurses und den Ausbau des Angebotes." Die Zusammenarbeit von Lufthansa und Swiss funktioniere "schneller und reibungsloser als erwartet". Swiss hatte 2006 erstmals einen Gewinn erzielt.

Um langfristig auf Erfolgskurs zu bleiben, forderte Mayrhuber verbesserte Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa. "Unsere Infrastruktur am Boden und in der Luft muss zügig auf ein wettbewerbsfähiges Niveau getrimmt werden. Hier ist in erster Linie die Politik gefragt", sagte der Lufthansa-Chef. Auch beim Klimaschutz drängt Mayrhuber auf zügigen Fortschritt: "Ein einheitlicher Luftraum in der EU - ähnlich dem Schengener Abkommen am Boden - wäre das größte Klimaschutzprojekt Europas. Dadurch könnten unmittelbar bis zu zwölf Prozent CO2-Ausstoß reduziert werden. Der Schlüssel hierfür liegt in den Händen der Politik."

Einheitlicher Luftraum hilft Klimaschutz

Die Beschleunigung der Infrastrukturerweiterungen an den großen Flughäfen mit Kapazitätsengpässen und die Freigabe optimierter Interkontinentalflugrouten würden ebenfalls einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Verkehrsüberlastungen, die heute am Boden und in der Luft unnötigen Treibstoffverbrauch und unnötige CO2-Emissionen verursachen, könnten so vermieden werden. "Eine effiziente Infrastruktur steht in direktem Zusammenhang mit Verbraucherschutz und Umweltentlastung", sagte Mayrhuber auf der Hauptversammlung.

DPA/Reuters / DPA / Reuters