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Lufthansa-Streik: Piloten legen in Frankfurt für 15 Stunden die Arbeit nieder

Lufthansa-Piloten kämpfen mit einem Streik um ihre Frührente. Bis zu 25 Langstreckenflüge von oder nach Frankfurt sollen am Dienstag ausfallen.

Die Lufthansa steht vor dem vierten Streik innerhalb weniger Wochen. Piloten der größten deutschen Fluglinie wollen am Frankfurter Flughafen von 8 bis 23 Uhr die Arbeit niederlegen. Im Streikzeitraum fallen voraussichtlich 25 von 57 vorgesehenen Interkontinental-Verbindungen aus, unter anderem nach Washington und Chicago.

Damit Flugzeuge und Crews nicht in Übersee stranden, begann die Lufthansa bereits am Montagnachmittag, Strecken zu annullieren. Auch Flüge aus dem Ausland nach Frankfurt wurden gestrichen. Aktuelle Fluginformationen sind auf der Seite der Lufthansa zu finden.

5400 Piloten kämpfen um ihre Frührente

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Sonderflugplan wie geplant stattfinden wird", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstagmorgen. Bislang sei die Lage an Deutschlands größtem Flughafen sehr ruhig. "Es scheint ein ganz normaler Tag zu werden." Viele betroffene Passagiere kämen erst gar nicht zum Flughafen, da sie rechtzeitig von dem Streik erfahren hätten.

Die Lage am Airport sei sehr ruhig, sagte Markus Wahl von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. "Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber." Von gestrandeten Reisenden war in der Abflughalle A zunächst nichts zu sehen, dafür hatten zahlreiche Medienvertreter ihre Kameras aufgebaut.

Die 5400 Flugzeugführer pochen auf die Beibehaltung ihrer betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa kündigte den entsprechenden Tarifvertrag Ende vorigen Jahres. Zudem kämpfen die Piloten gegen eine Ausweitung des Billigangebots der Fluggesellschaft. Flüge über das Münchener Lufthansa-Drehkreuz sind nach Angaben des Konzerns nicht von dem Streik betroffen, auch Flüge von und nach Düsseldorf und der Lufthansa Kurz- und Mittelstreckenverkehr sollen planmäßig stattfinden.

Lufthansa-Chef bittet Kunden um Verständnis

Im längsten Streik der Lufthansa-Geschichte hat Unternehmenschef Carsten Spohr die Kunden um Verständnis gebeten. In einer am Dienstag verbreiteten Videobotschaft begründete der Vorstandsvorsitzende die unnachgiebige Haltung des Managements gegen die Pilotenforderungen mit der Verantwortung für das gesamte Unternehmen mit seinen 120.000 Mitarbeitern.

Es gehe darum, auch künftig Qualität bieten und Investitionen tätigen zu können, erklärte Spohr. "Wir wollen auch in Zukunft die besten Mitarbeiter der Branche an uns binden, fair behandeln, fair bezahlen." Am Morgen hatte die fünfte Welle des Pilotenstreiks begonnen, die diesmal Langstreckenflüge von Frankfurt treffen sollte.

mka/Reuters/DPA / DPA / Reuters