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Luftverkehr: Streit um Gehälter der Lufthansa-Piloten geht weiter

Vereinigung Cockpit erklärt Tarifverhandlungen für gescheitert, Urabstimmung unter Mitgliedern kann zu Streiks womöglich schon zu Ostern führen.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Verhandlungen in der vierten Tarifrunde für die von ihr vertretenen 4.200 Lufthansa-Piloten für gescheitert erklärt. Zwar hatte die Lufthansa ausdrücklich weitere Verhandlungsbereitschaft bekundet, die VC verlangte aber ein zweites, nachgebessertes Angebot. Dieses sollte noch am gleichen Abend vorgelegt werden, obwohl bereits weitere Verhandlungstermine vereinbart waren.

Das Lufthansa-Angebot

Die Lufthansa bot eine Vergütungserhöhung inklusive einer leistungsorientierten Komponente an, die dann dieses Jahr zwischen zehn und 16,7 Prozent bringen würde. Darin enthalten ist eine Anpassung in der Laufbahnstruktur von durchschnittlich 3,5 Prozent und eine variable Vergütung in Höhe eines Monatsgehalts. Das Angebot sieht vor, die variable Komponente auf der Grundlage einer über vier Jahre dynamisierten Tabelle abhängig vom Unternehmenserfolg auf zwei Monatsgehälter auszubauen.

Die VC-Forderung

Die Vereinigung Cockpit verlangt für die Piloten der Lufthansa sowie ihrer Töchter Condor und Cargo nach eigenen Angaben eine Anhebung der Vergütungen von durchschnittlich 35 Prozent zuzüglich einer Ergebnisbeteiligung. VC begründet diese Forderungen damit, dass die Gehälter für die Piloten bei der Lufthansa unter denen vergleichbarer Konkurrenz-Gesellschaften liegen. Die VC hatte ihre Forderungen in der vergangenen Woche mit Warnstreiks untermauert. Die Lufthansa wies die VC-Forderungen als »utopisch« zurück.

Streiks in den Osterferien möglich

Die VC will nun in den nächsten Tagen unter ihren Mitgliedern mit einer Urabstimmung beginnen, die zu Streiks führen könnten. Während der Vorbereitungen für die Mitgliederbefragung sind auch weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen, so VC-Sprecher Rüdiger Fach. Diese könnten dann für die Osterferien drohen.

Aktie leidet

Die Lufthansa forderte die VC auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um Schaden vom Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Kunden abzuwenden. An der Börse brach der Kurs der Lufthansa-Aktie nach den Nachrichten über die gescheiterten Tarifverhandlungen ein. Das Papier verlor zwischenzeitlich fast sechs Prozent an Wert und sank damit auf das niedrigste Niveau seit mehr als eineinhalb Jahren. Später am (Dienstag) Vormittag wurde die Aktie für 19,20 Euro gehandelt, mit einem Minus von 4,2 Prozent gehörte sie zu den größten Verlierern im Börsenbarometer Dax.