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Meinung: Lafontaine kritisiert hohe Managergehälter

Für den ehemaligen SPD-Parteichef Oskar Lafontaine sind die Gehälter deutscher Spitzenmanager "organisierte Kriminalität". Er fordert niedrigere Entlohnung und ein Verbot der Millionenabfindungen.

Der frühere SPD-Parteichef Oskar Lafontaine hat die hohen Gehälter deutscher Spitzenmanager als "organisierte Kriminalität" kritisiert. "Die Gehälter und Abfindungen in den Vorstandsetagen sind, wie das Beispiel Mannesmann zeigt, organisierte Kriminalität. Dass dies noch mit sinkenden Spitzensteuersätzen belohnt wird, ist ein Skandal", sagte er in der Montagsausgabe der "Bild"-Zeitung. Er forderte, dass Vorstandsmitglieder großer Unternehmen jederzeit gefeuert werden können und Millionenabfindungen verboten werden.

Beispiel Mannesmann

Wegen der Rekordprämien für Mannesmann-Manager nach der Übernahme des Konzerns durch Vodafone hatte die Staatsanwaltschaft vergangenen Woche Anklage gegen sechs ehemaligen Führungskräfte und Aufsichtsräte erhoben. Bei den Beschuldigten handelt es sich nach Angaben aus Justizkreisen unter anderem um Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, den früheren Mannesmann-Chef, Klaus Esser, und IG-Metall-Chef Klaus Zwickel. Ihnen werde Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen.

Bei der feindlichen Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch die britische Mobilfunkgesellschaft Vodafone im Jahr 2000 sollen mehr als 250 Millionen Mark (rund 125 Millionen Euro) Abfindungen und Boni an führende Manager, Aufsichtsräte und Pensionäre des Konzerns gezahlt worden sein. Allein Esser erhielt nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Mark.