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Milliarden-Deal: Russland verdoppelt Ölexporte nach China

Russlands größter Ölproduzent Rosneft hat Lieferungen von 365 Millionen Tonnen Erdöl nach China vereinbart. Der Vertrag soll ein Gesamtvolumen von rund 270 Milliarden US-Dollar beinhalten.

Der weltgrößte Öl-Exporteur Russland wendet sich vom krisengeplagten Europa ab und hat stattdessen mit China einen langfristigen Liefervertrag über 270 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der staatlich kontrollierte Energie-Gigant Rosneft wird nach Angaben vom Freitag ab Mitte des Jahrzehnts 25 Jahre lang zusätzlich 300.000 Barrel pro Tag in die energiehungrige Volksrepublik liefern. Dies entspricht einer Verdoppelung der Ausfuhren, weil Russland derzeit bereits die gleiche Menge an China liefert.

Präsident Wladimir Putin hatte erst am Donnerstag bei einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Zhang Gaoli erklärt, dass die beiden Länder einen Vertrag im Volumen von 60 Milliarden Dollar abgeschlossen hätten. Nach Angaben von Rosneft bezog sich Putin dabei jedoch nur auf einen Teil der am Freitag bekanntgegebenen Übereinkunft.

Ein Fünftel der Exporte geht nach Asien

Die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen Russland und China sind Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels: Russland kehrt beim Ölexport dem gesättigten Markt in Europa den Rücken zu und wendet sich stattdessen dem boomenden Asien zu. Der weltgrößte Ölexporteur hat bereits in den vergangenen Jahren seine Lieferungen nach China kräftig ausgebaut - mittlerweile fließt ein Fünftel der Ausfuhren nach Asien.

Mit welcher Geschwindigkeit sich Russland beim Ölexport umorientiert, hat viele Branchenexperten überrascht. Binnen fünf Jahren hat das Land riesige Volumina nach Asien umgelenkt, die ursprünglich für Europa bestimmt waren. Russland lieferte noch vor wenigen Jahren - vor Fertigstellung der Asien-Pipeline - Öl per Eisenbahn nach China.

ds/Reuters / Reuters
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