US-Analyse
Größter Geländegewinn der Ukraine seit 2023 – was Elon Musk damit zu tun hat

Ukraine-Flagge an einer Straße
Die Flagge der Ukraine weht wieder über mehreren Dörfern rund um Saporischschja (Archvbild)
© Andreas Stroh / ZUMA Press Wire / DPA
Die Ukraine hat in den vergangenen Tagen so viel Gebiet erobert, wie Russland im ganzen Dezember. Grund dafür ist wohl auch Elon Musk mit seinem Satellitensystem Starlink.

Die ukrainische Armee hat laut einer Datenauswertung zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von der russischen Armee zurückerobert. Wie am Montag aus der Analyse der vom US-Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten hervorging, hatten Kiews Streitkräfte seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr so viel Gebiet in so kurzer Zeit zurückgewonnen. Die jüngst eroberte Fläche entspricht demnach fast den russischen Eroberungen des gesamten Monats Dezember (244 Quadratkilometer).

„Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die laut russischen Militärbloggern die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt“, erklärte das ISW. Russische Militärbeobachter hatten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt, nachdem der US-Tech-Unternehmer Elon Musk „Maßnahmen“ angekündigt hatte, um der Nutzung dieser Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen.

Laut Kiew umgingen russische Drohnen mit Hilfe von Starlink elektronische Störsysteme und konnten so ihre Ziele präzise treffen.

Ohne die Nutzung von Starlink wurden in der vergangenen Woche laut ISW nur am 9. Februar russische Geländegewinne an der Front verzeichnet. An den übrigen Tagen machte Kiew Boden gut. Die ukrainischen Rückeroberungen konzentrieren sich vorwiegend auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja, in der die russischen Truppen seit dem Sommer 2025 stark vorgerückt waren.

Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent – die Krim und ein Teil des Donbass – standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.

Trotzdem ist der Geländegewinn für die Ukraine damit noch kein Sieg. Militärexperte Oberst Reisner erklärt ntv im Interview: „Im Vergleich mit den Offensiven der Vergangenheit ist es schwierig geworden, einen offensiven Erfolg zu nähren. Die Ukrainer müssen sehr schnell Gerät, Versorgungsgüter und Personal nachschieben, um ihn nutzen zu können.“

Transparenzhinweise: Dieser Artikel wurde um die Einschätzung des Experten ergänzt. Der stern ist wie ntv Teil von RTL Deutschland.

AFP
pgo

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos