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Milliardenkredit für Athen: Griechenland will "eventuelle Aktivierung" des EU-Hilfsplans

Während die Euro-Finanzminister am Freitag über einen Milliardenkredit für Athen beraten, bereitet Griechenland eine "eventuelle Aktivierung" des EU-Hilfsplans vor.

Griechenland bereitet eine "eventuelle Aktivierung" des Hilfsplan der Europäischen Union vor. Derzeit liefen "vorbereitende Maßnahmen" für Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF), sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Freitag im Parlament in Athen.

Die Finanzminister der Euro-Länder berieten unterdessen in der spanischen Hauptstadt Madrid über einen möglichen Milliardenkredit für Athen. Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Euro-Gruppe, des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker, dürfte die griechische Regierung am Freitag aber noch keine konkreten Hilfen beantragen.

Griechenland habe allerdings "erste Schritte" gemacht, sagte die spanische Finanzministerin Elena Salgado, deren Land bis Ende Juni den EU-Ratsvorsitz innehat, zu Beginn des informellen Treffens in Madrid. Die griechische Regierung hatte am Donnerstag den Mechanismus für mögliche Hilfen der Euro-Staaten in Gang gesetzt. Auf Bitte Athens beraten Vertreter der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Montag in Athen über einen Milliardenkredit. Das mögliche Gesamtvolumen der Hilfen liegt in diesem Jahr bei bis zu 30 Milliarden Euro. Deutschland müsste davon bis zu 8,4 Milliarden Euro tragen.

Deutschland wird bei dem EU-Finanzministertreffen in Madrid durch Staatssekretär Jörg Asmussen (SPD) vertreten. Wegen des Vulkanausbruchs in Island und der Probleme im europäischen Flugverkehr konnten die Minister von neun der 27 EU-Staaten nach Angaben der spanischen Gastgeber zunächst nicht anreisen, darunter die Vertreter Großbritanniens, Schwedens und Belgiens.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht unterdessen davon aus, dass der Notfall-Plan der Euro-Länder für Griechenland nicht in Kraft treten muss. "Noch immer glauben wir, dass die Griechen auf dem richtigen Weg sind, und dass sie am Ende gar nicht vielleicht die Hilfe in Anspruch nehmen müssen", sagte Schäuble am Freitag dem "Südwestrundfunk".

AFP/DPA / DPA