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MOBILCOM: Verkauf von Freenet zwecks Schuldenabbau

Der Mobilfunkanbieter MobilCom will seine Internet-Tochter Freenet und möglichst auch das bisher aufgebaute UMTS-Netz verkaufen, um seine hohen Schulden zu reduzieren.

Vorstandschef Torsten Grenz sagte in der Freitagsausgabe der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, durch den Verkauf des 76-prozentigen Anteils an Freenet oder eines Teils davon könnte Mobilcom seine Belastungen schnell abbauen.

Paketaufschlag erwünscht

Grenz erklärte der Zeitung, in Frage komme sowohl ein kompletter oder ein teilweiser Verkauf der Freenet-Anteile an der Börse. Mobilcom werde sich auch nicht gegen den Verkauf an einen Konkurrenten sträuben. Entscheidend sei der Preis. Der aktuelle Börsenwert der Freenet-Aktie von fünf Euro sei zu wenig. Bei einem Verkauf des gesamten Anteils erwarte er einen Paketaufschlag von 50 Prozent. »Darunter machen wir es nicht«, zitierte die Zeitung den Vorstandschef.

Auch Festnetz wird verkauft

Vor der Trennung von Freenet wille Mobilcom sein Festnetz aufrüsten und an Freenet verkaufen. Die Tochter hatte in der Vergangenheit bereits Interesse an der Festnetzsparte angemeldet. Allerdings sei noch der Preis für die Sparte strittig, fügte Grenz hinzu.

Keine Preiserwartung für UMTS-Netz

Mit einem Verkauf des bisher aufgebauten UMTS-Netzes rechnet Grenz den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2003. Eine konkrete Preiserwartung nannte er nicht. Der Preis hängt davon ab, wie gut das Mobilcom-Netz in die Netz-Struktur des Erwerbers passet sagte er. Das »Handelsblatt«zitierte Unternehmenskreise, denen zufolge Mobilcom mit einem Verkaufserlös von 480 Millionen Euro rechnet. Allerdings würden davon 90 Prozent dem Mobilcom-Großaktionär France Telecom zufließen. Mögliche Interessenten sind nach Angaben des »Handelsblatt« E-Plus, T-Mobile sowie O2 Germany.

Mehr Kredite

Mobilcom wird nach der jüngsten Einigung über seinen Rettungsplan in den nächsten Monaten zur Sicherung seiner Liquidität bei mehreren Banken einen Kredit über insgesamt 112 Millionen Euro aufnehmen. Im September hatte das angeschlagene Unternehmen bereits einen Überbrückungskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 50 Millionen Euro erhalten.

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