HOME

Spott für Nivea: Ist das der schlechteste Werbespot des Jahres?

Eine Roboter-Möwe, die am Strand herumfliegt und Kinder mit Nivea-Creme vollkackt. Das ist die Werbeidee, die Jung von Matt für den Kosmetikhersteller Beiersdorf entwickelt hat. Volltreffer oder voll daneben?

Nivea-Möwe

"Oh, a bird that drops its load" - die Nivea-Möwe in Aktion

In Cannes werden nicht nur die künstlerisch wertvollsten Kinofilme gekürt. Einmal im Jahr trifft sich dort auch die Werbebranche zum wichtigsten Werbefilmfestival der Welt. Auch hier gibt es nicht nur Lob, sondern auch Kritik: Wer nicht den Geschmack der Jury trifft, über den wird schon mal ein Kübel Häme ausgeschüttet.

Aktueller Fall: Ein Nivea-Spot, in dem eine ferngesteuerte Robotermöwe am Strand herumfliegt und Kinder mit Sonnencreme bekackt (Sprecher: "Oh, a bird that drops its load"). Die Kleinen, die sich zuvor von Mama nicht eincremen lassen wollten, finden das im Spot ganz lustig.


Weniger gut gefiel der "Care from the Air Bird" allerdings der britischen Werbegröße Sir John Hegarty, Gründer und Kreativchef der Agentur Bartle Bogle Hegarty. Auf der Pressekonferenz, auf der er eigentlich die Gewinner des Wettbewerbs verkünden sollte, lästerte er über den Nivea-Beitrag so richtig ab. "Das ist das Dümmste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe", schimpfte Hegarty laut der US-Seite Adweek. "Ich dachte wirklich, das Monty-Python-Team hätte das eingereicht, um zu sehen, ob wir dafür stimmen."  

Nivea steht für kreative Sonnenschutz-Kampagnen

Tatsächlich stammt der Clip nicht von der britischen Komikertruppe, sondern von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Die Agentur entwickelt seit 2012 aufmerksamkeitsstarke Kampagnen für die Beiersdorf-Marke Nivea. Der Kosmetikkonzern ist kreativen Werbe-Ideen für Sonnenschutz generell nicht abgeneigt. In Südafrika entwickelte eine andere Agentur erst kürzlich eine aufblasbare Wasser-Rutsche, die Kinder beim Herunterrutschen mit Nivea-Sonnenschutz eincremt. 

Die scheißende Möwe aber ist selbst Nivea offenbar eine Spur zu dämlich. Ein Vertreter von Jung von Matt sagte Adweek, "die PR-Abteilung des Kunden wünscht keine PR für die Kampagne, daher promoten wir sie nicht". International bekannt geworden ist sie nun aber trotzdem.

bak