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Wiso-Markencheck: Nutella gegen Nougat-Creme vom Discounter: Welches Produkt überzeugt?

Seit 50 Jahren ist Nutella Deutschlands Liebling bei den Nuss-Nougat-Cremes. Aber wie gut sind die günstigen Varianten vom Discounter, können die Inhaltsstoffe und der Geschmack überzeugen? 

Muss es Nutella sein - oder schmeckt die Nuss-Nougat-Creme vom Discounter genauso gut?

Muss es Nutella sein - oder schmeckt die Nuss-Nougat-Creme vom Discounter genauso gut?

Kinder lieben sie, Erwachsene ersetzen das Stück Schokolade auch gerne mal durch einen satten Esslöffel der süßen Creme: Seit über 50 Jahren ist nicht mehr von Deutschlands Frühstückstischen wegzudenken. Und längst ist der Markenname zu einem Synonym für die Nuss-Nougat-Creme geworden. Dabei gibt es auch andere Hersteller: Markenprodukte und Discounter-Ware buhlen um Nutella-Jünger. Doch wie gut sind die anderen Cremes überhaupt?

Das ZDF-Format "Wiso" wollte es genau wissen. Zum "Markencheck" treten verschiedene Cremes mit sehr unterschiedlichen Preisen (je 100 Gramm) an: Nutella für 57 Cent, Nusspli von Zentis für 47 Cent, das Ostprodukt Nudossi für rund 80 Cent und die Discounterprodukte Nusskati von und Nulacta von Norma, sowie die tip-Nuss-Nougat-Creme von Real für jeweils 31 Cent. Die Tester wollten nicht nur wissen, welche Sorte geschmacklich am besten beim Verbraucher ankommt, sondern haben die Cremes auch von einem Labor untersuchen lassen.

Test 1: Die Inhaltsstoffe

Natürlich ist die Basis von Nutella und Co. nicht Schokolade oder Haselnüsse, sondern Zucker. Am meisten davon finden die Experten in Nusspli - diese Creme besteht zu 58 Prozent aus Zucker. Den geringsten Zuckerwert hat Nudossi mit 47 Prozent. Die anderen Cremes liegen dazwischen. 

Größter Preistreiber bei den Cremes ist in der Herstellung der Haselnussanteil. In den vergangenen Jahren fiel die Ernte starken Regenfällen zum Opfer, der Preis stieg in die Höhe. Der Anteil der Nüsse liegt gleich bei vier Herstellern bei 13 Prozent: Nutella, Nulacta, Nusskati, Nusspli uund die Creme von tip. Nudossi bildet eine Ausnahme, da der Anteil der Haselnüsse bei 36 Prozent liegt. Der hohe Anteil der Nüsse ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gut, bestätigt der Experte, da die Fettzusammensetzung in den Nüssen besser ist als das ansonsten eingesetzte Palmöl. Der Anbau der Ölpalme steht seit Jahren in der Kritik, da sie in riesigen Plantagen angebaut wird und der Regenwald für diese Nutzpflanze weichen muss. Das Produkt von Aldi Nord verzichtet auf Palmöl, die anderen Hersteller setzen auf zertifiziertes Öl aus nachhaltigem Anbau. Doch der Einsatz von Öl hat einen zweiten Haken: Bei der industriellen Raffination des Öls entstehen Fettschadstoffe, die mitunter krebserregend sind. 

Der Labortest: Fettschadstoffe

Ein Labor untersucht daher die Cremes auf mögliche Fettschadstoffe. Das Ergebnis: In allen Cremes finden sich diese Stoffe. Die besten Werte haben Nutella und Nulacta von . Der Wert, der bei Nusskati von Aldi Nord gemessen wurde, lag sieben Mal so hoch. "Wiso" berichtet, dass Aldi Nord daraufhin eine eigene Untersuchung des Produkts veranlasst hat - und auf andere Werte kommt, als das vom ZDF beauftragte Labor. Dennoch will das Unternehmen mit dem Hersteller der Creme sprechen, wie es zu so einem hohen Wert kommen konnte.

Test 2: Der Geschmack

Nun fehlt nur noch der Geschmackstest. Dafür sollen Verbraucher im Blindtest ihre Lieblingscreme finden. "Da waren einige dabei, die waren unglaublich süß", sagt eine der insgesamt 41 Tester, die alle sechs Cremes probiert haben. Das Ergebnis: Nutella gewinnt den Geschmackstest haushoch, dahinter folgt die tip-Creme von Real, den dritten Platz teilen sich die Discountercremes Nusskati und Nulacta. Nudossi schafft den vorletzten Platz, Nusspli landet dahinter. 

Fazit der Tester: Nudossi punktet durch wenig Zucker und viele Haselnüsse, Aldi Nord verzichtet auf Palmöl, hat aber bei den Alternativölen den höchsten Schadstoffwert. Nutella bewegt sich im Mittelfeld ohne große Ausreißer - und ist bei den Verbrauchern mit Abstand am beliebtesten. 

Die Wiso-Sendung können Sie in der Mediathek ansehen. 


Nachtrag: In einer früheren Version hieß es irrtümlich, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung die Labortests durchgeführt hat. Es handelte sich aber um ein anderes Labor.

kg