Öl-Streit Russland dreht den Hahn zu


Der russische Pipeline-Betreiber Transneft hat Weißrussland vorgeworfen, sich über die Pipeline "Druschba" illegal mit Öl zu versorgen. Dies sei der Grund dafür, dass die Lieferungen über die Pipeline in die Ukraine, nach Polen und Deutschland gestoppt worden seien.

Deutschlands Versorgung mit russischem Öl über die durch Weißrussland laufende Pipeline "Druschba" (Freundschaft) ist nach Angaben des polnischen Betreibers PERN in der Nacht zum Montag gestoppt worden. Auch Polen und die Ukraine seien von dem Lieferstopp betroffen. Der russische Pipeline-Betreiber Transneft hat Weißrussland vorgeworfen, sich über die Pipeline "Druschba" illegal mit Öl zu versorgen. Dies sei der Grund dafür, dass die Lieferungen über die Pipeline in die Ukraine, nach Polen und Deutschland gestoppt worden seien.

Weißrussland gibt Transitgebühren bekannt

Polens stellvertretender Wirtschaftsminister Piotr Naimski sagte dem polnischen Nachrichtensender TVN24, die Versorgungsprobleme hingen mit dem Streit zwischen Russland und Weißrussland über Öllieferungen zusammen. Weißrussland hatte vergangene Woche Transitgebühren auf russische Ölexporte bekannt gegeben. Die Regierung in Minsk begründete dies mit Russlands Ankündigung, ab diesem Jahr Zölle auf Rohölexporte nach Weißrussland zu erheben. Tschechiens Handelsministerium erklärte, seine Öllieferungen über die "Druschba"-Pipeline seien nicht unterbrochen.

Mineralölverband befürchtet keine Lieferengpässe

Die überraschende Schließung der "Druschba"-Ölpipeline nach Ostdeutschland bedeutet für die hiesige Ölversorgung keine größere Gefahr. Dies sagte Rainer Wieg vom deutschen Mineralölwirtschaftsverband. Er wies darauf hin, dass in der Bundesrepublik auf Grund gesetzlicher Bestimmungen eine Ölreserve für 90 Tage vorgehalten werde. "Darüber hinaus haben auch die einzelnen Raffinerien noch weitere Reserven", sagte er.

Die Pipeline ist eine der längsten der Welt. Durch die Leitung fließen unter anderem rund ein Fünftel des deutschen Ölbedarfs. Die Pipeline verläuft in zwei Strängen, der größere versorgt Deutschland und Polen.

Das Verhältnis von Weißrussland und Russland war bereits vor dem Streit über Öllieferungen durch den Zwist über Gaspreise belastet. Am Silvestertag legten die beiden Nachbarländer diesen in letzter Minute bei durch die Einigung über höhere Preise für Gaslieferungen von Russland nach Weißrussland. Durch Weißrussland laufen etwa 20 Prozent der russischen Gasexporte nach Europa.

chr/jas/Reuters/AP AP Reuters

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