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Online-Modehändler: Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen

Es wurde schon länger vermutet, nun ist es entschieden: Online-Händler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Die aktuellen Quartalszahlen lassen das Unternehmen aufatmen.

Der Onlinehändler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. "Abhängig vom Börsenumfeld" soll der Börsengang im zweiten Halbjahr 2014 stattfinden, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Zuvor hatte bereits das "Handelsblatt" darüber berichtet. Der Sprung auf das Börsenparkett solle über eine Kapitalerhöhung möglich werden, die bisherigen Zalando-Gesellschafter wollten ihre Anteile behalten.

Angestrebt sei eine Platzierung von zehn bis elf Prozent des Eigenkapitals, hieß es von Seiten des Unternehmens. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von einer mit der Transaktion vertrauten Person erfuhr, strebt Zalando damit ein Emissionsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro an. Zalando würde dabei mit insgesamt über sechs Milliarden Euro bewertet. Der Ausgabepreis solle in der Woche ab dem 29. September bekanntgegeben werden, sagte der Insider. Gelingt der Plan, wäre Zalando einer der größten Börsengänge eines Internet-Unternehmens in Deutschland seit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes.

Hinter Zalando stehen unter anderem die Internet-Unternehmer Oliver, Alexander und Marc Samwer. Sie sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind unter anderem Tengelmann mit etwas über fünf Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures. Kinnevik sei "erfreut" über die Zalando-Pläne, erklärte Kinnevik-Chef Lorenzo Grabau.


Gutes Geschäft in deutschsprachigen Ländern

Zalando, das als Schuh-Versand mit dem Werbeslogan "Schrei vor Glück" bekannt wurde, hat inzwischen 7000 Mitarbeiter. Nach Anlaufverlusten schreibt das Unternehmen inzwischen zumindest operativ schwarze Zahlen. "Das Erreichen der Gewinnschwelle im ersten Halbjahr 2014 ist ein wichtiger Meilenstein", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter laut Mitteilung. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando."

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 60 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist das Unternehmen auch deutlich profitabler mit einer bereinigten operativen Marge von 4,6 Prozent. Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden.

kis/Reuters/DPA / DPA / Reuters