HOME

Opel-Krise: Insolvenz kostet Steuerzahler 6,5 Milliarden

Eine Insolvenz des Autobauers käme Deutschland teurer zu stehen als die geforderte staatliche Hilfe. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Die Opel-Händler legen derweil ein eigenes Rettungskonzept vor.

Eine Pleite des Rüsselsheimer Autoherstellers Opel würde den deutschen Staat Milliarden kosten: Die Bundesregierung müsste mit 6,5 Milliarden Euro rechnen, unter anderem für Arbeitslosengeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts Center Automotive Research (Car). Diesem Betrag stünden 3,3 Milliarden Euro gegenüber, die Opel als Krisenüberbrückung vom Staat verlangt hat.

Der Direktor von Car, Ferdinand Dudenhöffer, warnte: Eine Insolvenz würde einen drastischen Einbruch bei den Verkäufen von Privat- und Geschäftswagen auslösen. Bei den Zulieferern würden 30 Prozent des Umsatzes durch eine Opel-Pleite verloren gehen. Viele Firmen könnten dies nicht verkraften. CAR schätzt, dass etwa 200 Zulieferer ausfallen könnten. Insgesamt wären rund 100.000 Beschäftigte und Zeitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

Händler legen eigenes Rettungskonzept vor

Unterdessen hat die Vereinigung der Europäischen Opel-Händler Euroda ein eigenes Rettungskonzept entwickelt. Die Mitglieder wollen drei Jahre lang 150 Euro pro verkauften Neuwagen in einen Rettungsfonds zahlen. Würden sich alle Länder und Händler beteiligen, könnten so nach Euroda-Angaben 400 Millionen Euro oder gar mehr zusammenkommen. Mit diesem Geld soll eine Beteiligung an einer angedachten eigenständigen Gesellschaft finanziert werden.

Auf Länderebene soll die erste Entscheidung über ein solches Beteiligungsmodell bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes Deutscher Opel-Händler (VDOH) am 19. März in Darmstadt fallen. Opel begrüßte die Initiative der Händler. Eine solche solidarische Aussage komme zur rechten Zeit, erklärte der GM-Europe-Vizepräsident und Opel-Markenchef Alain Visser.

Investoren lassen Opel abblitzen

Die Hoffnung auf eine Rettung durch den Einstieg von internationalen Geldgebern wird indes immer kleiner. Wie "Die Welt" unter Berufung auf einen Finanzinvestor in London berichtet, lehnen große Private-Equity-Gesellschaften eine Beteiligung an einem europaweiten Opel-Konzern ab. Betriebsrat, Opel-Management und Politiker hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Finanzinvestoren ins Spiel gebracht, die bei Opel einsteigen könnten.

In Rüsselsheim kam am Mittwoch der Opel-Aufsichtsrat zu erneuten Beratungen über die Zukunft der Tochter des kriselnden US-Autoriesen General Motors (GM) zusammen. Zu den Inhalten und Ergebnissen der regulären Sitzung des Kontrollgremiums wollte das Unternehmen keine Angaben machen.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters