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Pay-TV: Murdoch hilft Sky Deutschland mit 120 Millionen

Der Pay-TV-Sender Sky braucht erneut eine Finanzspritze. Über die Ausgabe neuer Aktien sollten im Januar 110 bis 120 Millionen Euro erlöst werden, teilte der früher unter Premiere firmierende Sender überraschend am Montag mit. Dadurch erhöhe der Medienmogul Rupert Murdoch seinen Anteil an Sky auf bis zu 45,4 Prozent.

Der chronisch defizitäre Bezahlsender Sky Deutschland beschafft sich frisches Geld von seinem Großaktionär News Corp. Das Unternehmen von Medienmogul Rupert Murdoch zeichnet bis zu 49 Millionen Aktien und baut seinen Anteil an Sky damit auf bis zu 45,4 Prozent aus, wie die im MDax notierte Sky Deutschland (früher Premiere) überraschend am Montag mitteilte. Mit schwarzen Zahlen rechnet das Management jetzt zudem später als bislang. Die Aktien des Münchener Unternehmens reagierten dennoch mit einem Kurssprung auf die Nachrichten und schloss am Abend mit 10,64 Prozent im Plus bei 2,08 Euro.

Die erwarteten 110 bis 120 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung sollen in Marketing, Vertrieb und den Ausbau des Programmangebots fließen. "Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um in das künftige Wachstum unseres Unternehmens zu investieren", sagte Sky-Deutschland-Chef Mark Williams. So will das Unternehmen stärker auf das Direktmarketing setzen, den Ausbau des hochauflösenden Fernsehens (HD) vorantreiben, das Programmangebot ausweiten und neue Kanäle starten.

Dabei bleibt der Bezahlsender vorerst weiter in den roten Zahlen. Der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) soll im laufenden Jahr zwischen 255 und 265 Millionen Euro liegen. Auch für 2010 erwartet das Management nun noch ein Minus von 130 bis 170 Millionen Euro, nachdem der Vorstand zuvor noch einen Gewinn in Aussicht gestellt hatte. Erst 2011 rechnet Sky Deutschland mit einem positiven EBITDA.

Die Zahl der Abonnenten entwickelte den Angaben zufolge zuletzt positiv. Im zu Ende gehenden vierten Quartal dürfte ihre Zahl netto um 40 000 bis 65 000 gewachsen sein, so dass Sky Deutschland zum Jahresende 2,47 bis 2,50 Millionen Kunden erwartet. Die angestrebte Zahl von 2,8 bis 3,0 Millionen Abonnenten stellte der Vorstand allerdings erst für das erste Quartal 2011 in Aussicht. Bislang war von Ende 2010 die Rede gewesen.

Auch der Umsatz je Kunde soll weiter wachsen. Im vierten Quartal stieg er den Angaben zufolge auf rund 27 Euro und lag damit einen Euro höher als im dritten Jahresviertel. Im ersten Quartal 2010 will Sky Deutschland je Kunde bereits 29,50 Euro einnehmen.

Bei der eingeschlagenen Strategie sieht sich Williams von Großaktionär Murdoch unterstützt. Dessen Unternehmen News Corp. war im vergangenen Jahr bei Sky, das damals noch Premiere hieß, eingestiegen und hatte das Unternehmen kurz vor Weihnachten mit einem umfangreichen Rettungspaket vor dem Untergang bewahrt. Viele Experten sehen nach der Umbenennung die letzte Chance für das Unternehmen, sich am deutschen Markt durchzusetzen. Seit der Gründung vor 18 Jahren kam der Abo-Sender nie richtig auf die Beine.

DPA/REUTERS / DPA