HOME

Hersteller von Pflegeprodukten: "Erhebliche Verluste": Philipp Lahms Firma Sixtus droht das Aus

Im Fußball schwamm Philipp Lahm über Jahre auf einer Erfolgswelle, 2014 führte er Deutschland sogar zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende ist der frühere Bayern-Star als Unternehmer aktiv. Sein Engagement bei der Traditionsfirma Sixtus jedoch ging nach hinten los.

Philipp Lahm - Sixtus

Nach seiner Fußball-Karriere ist Philipp Lahm jetzt Unternehmer, unter anderem gehört ihm die Firma Sixtus, die allerdings tief in der Krise steckt

Picture Alliance

Der deutsche Pflegeprodukt-Hersteller Sixtus steht einem Medienbericht zufolge vor dem Aus. Das Traditionsunternehmen, das seit 2017 zu 100 Prozent dem früheren Fußball-Nationalspieler und Weltmeister Philipp Lahm gehört, habe 20 der zuletzt nur noch 31 Mitarbeiter gekündigt, zehn weitere Stellen seien weggefallen, weil die Betroffenen in Rente gingen, nur befristet waren oder selbst gekündigt hätten. Dies berichtet der "Münchner Merkur" unter Berufung auf eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht in Holzkirchen vom Donnerstag. Demnach sollen auch die Eigenproduktion und der Außendienst des Unternehmens eingestellt, die Produktpalette deutlich reduziert werden. Eine Stellungnahme des prominenten Gesellschafters gibt es bislang nicht.

Birgit Baudisch, Anwältin von Sixtus, begründete die Maßnahmen mit "erheblichen Verlusten", die die Firma einfahre. Den für den Status Quo notwendigen Jahresumsatz in Höhe von vier Millionen Euro habe man 2018 nicht erzielen können. Dies rechtfertige die betriebsbedingten Kündigungen, einen Anspruch auf eine Abfindung hätten die Entlassenen, die teilweise dagegen klagten, nicht, heißt es in dem Bericht. 

Sixtus lagert auch Produktion seiner Artikel aus

Künftig beschäftigt Sixtus demnach nur noch eine Teilzeitkraft mit 20 Wochenstunden sowie einen Azubi, einen Außendienst wird es nicht mehr geben. Zudem will das Unternehmen seine Produktpalette von 220 Pflegeartikeln auf acht reduzieren, deren Herstellung ferner auf Drittunternehmen ausgelagert werden soll.

Sixtus wurde 1931 gegründet und kann auf eine bewegte Firmengeschichte zurückblicken. So stattete man 1952 die deutsche Olympia-Mannschaft aus, bei den Olympischen Spielen von 1972 in München war man gar offizieller Sponsor des größten Sport-Events der Welt. Nachdem Sixtus in den 1990er-Jahren noch einen Jahresumsatz von knapp 30 Millionen D-Mark erzielte, rutschte die Traditionsfirma vor gut zehn Jahren aufgrund einbrechender Umsätze in eine wirtschaftliche Krise.

Mit Philipp Lahm stabilisierte sich die Lage zunächst

Als Lahm, der auch Anteile am Naturkosthersteller Schneekoppe hält, im Frühjahr 2015 zunächst mit 50 Prozent ins Unternehmen einstieg, stabilisierte sich die Lage etwas. 2017 übernahm der früherer Bayern-Star und DFB-Kapitän Sixtus dann komplett. Erst im April diesen Jahres kündigte das Unternehmen an, seinen Firmensitz Ende 2019 von Hausham nach Bad Aiblingen zu verlegen. Daraus dürfte angesichts der aktuellen Lage vermutlich nichts mehr werden.

Quelle: "Münchner Merkur"

Philipp Lahm, Steffi Graf und Co.: Was machen Sportler eigentlich nach ihrem Karriereende?
mod