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Plagiarius-Award: Die 10 dreistesten Produktfälschungen des Jahres

Ob Thermoskannen, Nussknacker oder Hundeleinen - billige Kopien bekannter Markenprodukte tauchen bei allen möglichen Produkten auf. Die "Aktion Plagiarius" hat die dreistesten Fälschungen des Jahres gekürt.

Roll-Hundeleine "flexi Explore L"

1. Preis: Roll-Hundeleine "flexi Explore L"

Original (links): flexi-Bogdahn International GmbH & Co. KG, Bargteheide, Deutschland

Fälschung (rechts): Anonyme Online-Anbieter, die über amazon.com mit Scheinidentitäten und täglich wechselnden Accounts agieren. Die minderwertige Qualität (z.B. die nicht funktionierende Aufrollmechanik) führte laut Plagiarius in den USA bereits zu Kundenbeschwerden und Reputationsschäden.

Mal tauchen die Plagiate auf einem Basar in Dubai auf, mal auf Amazon.com oder dem chinesischen Pendant AliExpress. Die "Aktion Plagiarius" hat im vergangenen Jahr wieder jede Menge Beispiele für Kopien überwiegend deutscher Markenprodukte entdeckt. An diesem Freitag kürte eine Jury aus Unternehmern und Aktivisten die dreistesten Fälschungen.

Den 1. Preis erhielt das billige Imitat der Hundeleine eines norddeutschen Herstellers, das auf der US-Seite von Amazon verkauft wird. Die Anbieter agierten anonym und mit täglich wechselnden Accounts, berichtet die Aktion Plagiarius. Die minderwertige Qualität der nachgemachten Aufrollleine habe bereits zu Kundenbeschwerden und Reputationsschäden geführt. Auf die Plätze 2 und 3 wählte die Jury das China-Plagiat eines deutschen Bürostuhls sowie ein gefälschtes Druckmessgerät. Weitere sieben Produkte erhielten gleichrangige Negativ-Auszeichnungen.

Seit nunmehr 40 Jahren verleiht der Verein "Aktion Plagiarius" seine Schmähpreise, um Ideenklau und Produktpiraterie anzuprangern. Der Preis allein sage allerdings noch nichts darüber aus, "ob das jeweilige nachgemachte Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder aber rechtswidrig ist", betont die Initiative. Das hänge unter anderem von Faktoren wie eingetragenen gewerblichen Schutzrechten für das Original oder unlauterem Wettbewerbsverhalten des Nachahmers ab. Die "Aktion Plagiarius" wolle vielmehr deutlich machen, "dass plumpe 1:1 Plagiate einfallslos und moralisch verwerflich sind und zu Stillstand führen". Wettbewerbsprodukte, die sich optisch und technisch ausreichend vom Original unterscheiden, seien dagegen ausdrücklich erwünscht.