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Post-Mindestlohn: Verdi will neue Post-Gewerkschaft anzeigen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will Anzeige gegen die Gewerkschaft der neuen Brief- und Zustelldienste GNBZ stellen. Gegenüber stern.de bestätigte ein Verdi-Sprecher einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz".

Am Wochenende entschied das Berliner Verwaltungsgericht gegen die Anwendung des Post-Mindestlohns auf die gesamte Branche. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Gewerkschaft der neuen Brief- und Zustelldienste GNBZ. Gegenüber stern.de bestätigte ein Verdi-Sprecher einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz".

Demnach erhebt der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske schwere Vorwürfe gegen die GNBZ. Es bestehe der Anfangsverdacht auf Bestechlichkeit im Geschäftsverkehr. Verdi bestätigte gegenüber stern.de die Strafanzeige solle Morgen zur Staatsanwaltschaft Köln geschickt werden. Man stütze sich auf Recherchen von "Report Mainz". Es gebe Hinweise, dass die GNBZ durch Arbeitgeber der Postbranche finanziell und organisatorisch unterstützt werde. Ein Sprecher der GNBZ in Köln wies die Vorwürfe zurück, wollte jedoch zu Einzelheiten keine Stellung nehmen.

Finanzieren Arbeitgeber die Gewerkschaft?

Die GNBZ wurde im Oktober 2007 gegründet. Im Dezember schloss die Gewerkschaft einen Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste ab, in denen Löhne zwischen 6,50 und 7,50 Euro für Zusteller vereinbart wurden. Seit Jahresbeginn gilt für Briefzusteller in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,00 bis 9,80 Euro.

Dem Magazin "Report Mainz" liegen nach eigenen Angaben Hinweise vor, die den Einfluss der Arbeitgeber auf Gründung und Aufbau der Gewerkschaft GNBZ zeigten. Die GNBZ habe bestätigt, dass sie sich auch durch Spendengeld finanziere, teilte der SWR weiter mit. Die Namen der Spender habe der Vorsitzende Arno Doll nicht bekanntgeben wollen, es handele sich aber nach seinen Worten nicht um Arbeitgebervertreter. Die GNBZ wollte zu diesen Aussagen am Montag keine Stellung nehmen.

DPA/nic / DPA