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Rettungsplan: Opel-Chef verspricht "intelligente" Ideen

Mit Spannung werden heute die Ergebnisse des Aufsichtsrats zur Rettung von Opel erwartet. Viele Gerüchte und Spekulationen machten vor der Sitzung die Runde. Opel-Chef Hans Demant gibt sich zurückhaltend: Das Management werde "intelligente Vorschläge" zur Lösung der verfahrenen Situation vorlegen.

In Rüsselsheim läuft die mit Spannung erwartete Sitzung des Opel-Aufsichtsrats. Das Management will dem aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammengesetzten Gremium ein Konzept für die Rettung des zum kriselnden General-Motors-Konzern gehörenden Herstellers vorstellen. Anschließend soll der Plan, der eine größerer Eigenständigkeit von GM vorsehen könnte, der Bundesregierung vorgelegt werden.

Opel-Chef Hans Demant sagte vor der Sitzung, er könne garantieren, dass das Management "intelligente Vorschläge" vorlegen werde. Die Ergebnisse der Beratungen sollen am Nachmittag der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wiederholt ein tragfähiges Unternehmenskonzept als Voraussetzung für staatliche Hilfen gefordert. Im Gespräch sind Bürgschaften, aber auch eine direkte Beteiligung von Bund und Ländern an Opel.

Opel-Chef Hans Demant hatte Gerüchte scharf zurückgewiesen, der Autobauer brauche langfristig bis zu neun Milliarden Euro. Zuletzt war von 3,3 Milliarden Euro die Rede gewesen. In den vergangenen Tagen haben zudem die europaweit rund 4000 Opel-Händler angeboten, sich an dem Hersteller zu beteiligen. Arbeitnehmervertreter erwägen zudem eine Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter. Der Autobauer hat allein in Deutschland rund 25.000 Beschäftigte. Europaweit arbeiten für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall rund 50.000 Menschen. Bei den Opel-Händlern stehen weitere 120.000 Menschen in Lohn und Brot.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht in einer Beteiligung mehrerer Länder an Opel die einzige Möglichkeit zur Rettung. "Es ist ein hohes Risiko dabei, aber es ist die einzige und die letzte Chance", sagte er am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass das Sanierungsprogramm des Opel-Managements eine Staatsbeteiligung in dieser Art vorsehe.

Künftige Eigentümer von Opel sollten "verschiedene Länder" und auch die US-Mutter General Motors jeweils als Minderheitsaktionäre sein, schlug Dudenhöffer vor. Nach vier bis fünf Jahren könne man Opel dann an die Börse bringen. "Das wäre das Szenario, das am sinnvollsten ist. Alles andere bedeutet, Geld in etwas hineinzuschütten, das in Amerika in einem Unternehmen landet, das ganz große Probleme hat."

Um Opel aus der Konzernmutter herauszulösen, müsse man zunächst "definieren, was Opel ist". Dazu gehörten Vertrieb, bestimmte Werke und die Entwicklung, sagte Dudenhöffer. Diese Teile könnten zusammengefasst und verkauft werden, General Motors kaufe gleichzeitig 35 Prozent zurück, der Rest gehe an Aktionäre. Weil es nicht möglich sei, freie Aktionäre zu finden, müsse der Staat einsteigen. Würden diese Maßnahmen so umgesetzt, könnte Opel nach einer Verlustphase gerade in Osteuropa und Russland Umsatzrenditen zwischen zwei und drei Prozent erreichen. "Dann wären wir so weit, dass die Verluste, die jetzt anfallen in den nächsten zwei bis drei Jahren um das Jahr 2020 wieder getilgt wären", sagte Dudenhöffer.

AP / AP