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Rezzo Schlauch: "Manager füttern die Linke"

BMW, Henkel, Siemens - deutsche Großunternehmen entlassen Tausende Mitarbeiter trotz riesiger Gewinne. Deutschland steht vor einer neuen Diskussion um Wirtschaft und Moral. Im stern.de-Interview sagt Grünen-Politiker Rezzo Schlauch, dass rücksichtlose Konzernbosse sich selbst schaden – weil sie der Linken den Nährboden liefern.

Aus Sicht des ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretärs verhalten sich die Chefetagen absolut sträflich: "Jeder hat Verständnis dafür, wenn eine Firma, ein Unternehmen unter Druck ist", sagt Schlauch im "Café Einstein", dem Web-TV-Format von stern.de. "Nur hier haben wir eine Situation, dass die Gewinne steigen, bei BMW über 7 Milliarden vor Steuern, jetzt sollen 6 Milliarden noch mal gespart werden. Ich habe die Befürchtung, dass das den Unternehmen auf die Füße fällt."

Rezzo Schlauch glaubt, dass die Folge dessen ein Erstarken der Linkspartei sein könnte: "Eins ist doch klar und das zeigen auch die Wahlen: Mit dieser Art der Unternehmensführung füttert man die Linke", sagt er. "Wenn die Unternehmen, wenn die Wirtschaft an diesem Punkt so weiteragieren wie sie jetzt agieren, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Linken bei den nächsten Wahlen mit zehn plus Prozent rauskommen. Und ob das im Interesse der Unternehmen ist, da habe ich meine großen Zweifel."

Schwarz-Grün wäre tragfähige Konstellation

Eine Koalition seiner Partei mit der CDU, wie sie in Hamburg diskutiert wird, hält der Realo Schlauch für gut und richtig: "Da gibt es erstmal mordsmäßig Zoff, und unterschiedliche Positionen und harte Verhandlungen, aber ich glaube, dass das eine tragfähige Konstellation ist."

chr/spi
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