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RÜCKBLICK: Kobe, Kippen, kleine Brötchen

Von wegen Sommerloch: Gewinnwarnungen, Tankstellenfusionen und heftige Gerichtsurteile - so turbulent war die Wirtschaftswoche schon lange nicht mehr!

EZB lässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins unverändert gelassen. Wie die EZB am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung mitteilte, bleibt der Hauptrefinanzierungssatz bei 4,5 Prozent. Der Einlagesatz beträgt weiterhin 3,5 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz 5,5 Prozent. Der Rat der EZB hatte die Zinssätze zuletzt im Mai um je einen viertel Prozentpunkt gesenkt.

EU-Kommission genehmigt Fusion Allianz/Dresdner

Die EU-Kommission hat die Fusion zwischen Allianz und der Dresdner Bank genehmigt. Für das grüne Licht der Kommission müssen die Unternehmen jedoch bis Ende 2003 ihre Beteiligung bei der Münchener Rückversicherung auf insgesamt 20,5 Prozent reduzieren. Derzeit hält die Allianz 24,9 Prozent an der Münchener Rück, die Dresdner Bank 7,4 Prozent.

Regulierungsbehörde: Telekom-Konkurrenten unter Druck

Die Chancen für mehr Wettbewerb im Ortsnetz haben sich nach Einschätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post deutlich erhöht. Rein rechnerisch hätten derzeit etwa 60 Prozent aller Einwohner eine Alternative zu einem Telefonanschluss der Telekom. Somit könnten die Konkurrenten des Marktführers auf rund 28 Millionen Telefonkanäle zurückgreifen. Die entscheidende Frage ist aber, ob die Kunden wechseln wollen und dann zügig umgeschaltet werden. Nach wie vor zeigen die vorliegenden Daten, dass die Deutsche Telekom das Ortsnetz dominiert.

Bankenkompromiss in Brüssel reicht den Privatbanken nicht

Die Europäische Bankenvereinigung schliesst eine Klage gegen die Vereinbarung zwischen der EU-Kommission sowie Bund und Ländern zum Auslaufen der staatlichen Garantien für die öffentlichen Banken in Deutschland nicht aus. Die vereinbarte Übergangsfrist von vier Jahren zum Auslaufen der Garantien ist viel zu lang, so ein Sprecher der von den Privatbanken getragenen Vereinigung. Die Garantien müssten vielmehr sofort fallen. Die Bankenvereinigung will die Vereinbarung nun sorgfältig prüfen und dann über eine Reaktion entscheiden.

BP übernimmt Ölgeschaeft von E.ON

Der Mineralölkonzern BP übernimmt das Ölgeschaeft der E.ON AG inklusive ARAL und wird so zum Marktführer auf dem deutschen Tankstellenmarkt. Wie die beiden Konzerne Montag mitteilten, vereinbarten sie eine Neustrukturierung ihres Öl- und Gasgeschäfts. Im Gegenzug bekommt E.ON den BP-Anteil an der Ruhrgas AG und gewinnt so die Mehrheit am grössten deutschen Gasunternehmen. E.ON erzielt nach eigenen Angaben 6,5 Milliarden Euro (12,7 Milliarden Mark) aus dem Verkauf von Veba Oel.

Post will Zusteller einsparen

Die Deutsche Post will 3.000 ihrer insgesamt 80.000 Postboten-Stellen streichen. Das Unternehmen bestätigte den geplanten Abbau, mit dem nach Angaben eines Sprechers die Optimierungs- und Rationalisierungspolitik fortgesetzt werden sollen. Betriebsrat und Gewerkschaften reagierten mit scharfer Kritik. Bereits am Montag kam es in Bielefeld zu ersten Protestaktionen und Zustellverzögerungen.

Automobilclub warnt vor Tankstellenkonzentration

Der ACE Autoclub Europa hat angesichts der geplanten Übernahme der Aral-Tankstellen durch BP vom Kartellamt entschiedenes Durchgreifen gefordert. Es ist völlig unangemessen, wenn die Wettbewerbshüter ihre Funktion auf eine Zuschauerrolle reduzieren würden, erklärte der Club. Infolge wachsender Konzentrationsbestrebungen in der Mineralölwirtschaft ist eine Zerrüttung des Wettbewerbs zu befürchten. Wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten wird, muss der Verbraucher an den Zapfsäulen die Zeche bezahlen.

Ericsson macht Milliarden-Verluste

Das Geschäft des weltweit fuehrenden finnischen Handy-Produzenten Nokia und seines schwedischen Konkurrenten Ericsson befindet sich auch auch im zweiten Quartal 2001 auf Talfahrt. Der schwedische Mobilfunk-Konzern Ericsson steckt tief in den roten Zahlen: Im zweiten Quartal soll der Verlust umgerechnet 1,1 Milliarden Mark betragen haben.