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RÜCKTRITT: Wachablösung bei AOL Time Warner

Der Rücktritt des Topmanagers Bob Pittman und Gerüchte über fragwürdige Geschäfte zur Erhöhung der Erträge haben für Unruhe beim Medienriesen AOL Timer Warner gesorgt.

Bob Pittman tritt nach wochenlangen Spekulationen zurück

Der Rücktritt des Topmanagers Bob Pittman und Gerüchte über fragwürdige Geschäfte zur Erhöhung der Erträge haben für Unruhe beim Medienriesen AOL Timer Warner gesorgt. Der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Pittman war am späten Donnerstagabend nach wochenlangen Spekulationen von seinem Posten als Chief Operating Officer zurückgetreten. Pittmans Name wird allgemein mit hochfliegenden Wachstumsprognosen für die Zeit nach der Fusion des Medienkonzerns in Verbindung gebracht. Allerdings sind diese Ziele nie erreicht worden. Zuletzt wurde Pittman im April zur Rettung der erlahmenden AOL-Sparte abgestellt, die den Aktienkurs nach unten gezogen hat.

Gerüchte über fragwürdige Geschäfte

Die »Washington Post« berichtete unterdessen, mit Hilfe ungewöhnlicher Methoden seien die Erträge in der Zeit zwischen Juli 2000 und März 2002 aufgebläht worden. Die Fusion zwischen America Online und Timer Warner zum größten Medienkonzern der Welt war im Januar 2000 angekündigt worden. Ein AOL-Sprecher erklärte, alle in dem Artikel diskutierten Transaktionen seien »angemessen und in Übereinstimmung« mit allgemein akzeptierten Bilanzierungsprinzipien.

Sammelklage gegen AOL

Eine US-Anwaltsfirma hat gegen den weltgrößten Medien- und Onlinekonzern AOL Time Warner eine Sammelklage wegen angeblicher Bilanzierungstricks eingereicht. Die New Yorker Anwaltsfirma Lovell & Stewart LLP wirft AOL Time Warner Verstöße gegen das amerikanische Wertpapiergesetz und gegen Regeln der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC vor. Sie vertritt Aktionäre von America Online und AOL Time Warner, teilte die Anwaltsfirma in New York mit.

Einnahmen künstlich erhöht?

AOL Time Warner werden vor einem New Yorker Bundesgericht Falschdarstellungen und Auslassungen wichtiger Fakten vorgeworfen. Dazu gehörten auch falsche Angaben über Online-Anzeigeneinnahmen von AOL und AOL Time Warner. In der Klage wird behauptet, AOL hätte seine Online-Werbeeinnahmen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2001 künstlich durch Anzeigen aufgebläht, welche die Firma 24dogs.com kaufen musste, um einen Rechtsstreit beizulegen. Außerdem hätte AOL Time Warner seine Einnahmen mit dem Verkauf von Online-Anzeigen für die Online-Auktions-Site E- Bay künstlich erhöht, heißt es in der Klage.

Auch Vorwürfe an die Rechnungsprüfungsfirma

In dem Papier wird auch die Rechnungsprüfungsfirma Ernst & Young beschuldigt, gegen Wertpapiergesetze verstoßen zu haben. Sie hatte die Finanzberichte von AOL Time Warner für das Geschäftsjahr 2001 abgesegnet.

Anwaltsfirma vertritt AOL-Aktionäre

Die Anwaltsfirma will mit der Sammelklage Anleger vertreten, die AOL-Aktien oder Aktien von AOL Time Warner gekauft hatten. Die Papiere sind in dem Zeitraum, auf den sich die Sammelklage bezieht, auf 11,75 Dollar gefallen gegenüber einem Hoch von 58,51 Dollar