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RÜCKZUG: MobilCom-Chef Schmid verkauft seine Anteile

Der Vorstandsvorsitzende der MobilCom AG, Gerhard Schmid, verkauft seine MobilCom-Aktien an France Télécom. Schmid erhalte entgegen anders lautender Meldungen die Kaufsumme in »cash«.

Ausscheiden Schmids »spätestens Mitte April«

Der Vorstandsvorsitzende des Büdelsdorfer Telefonkonzerns MobilCom AG, Gerhard Schmid, verkauft seine MobilCom-Aktien an France Télécom. Schmid sagte dem Anlegermagazin »Die Telebörse« (Mittwochausgabe): »Ich werde sämtliche Anteile an Banken verkaufen, die von France Télécom ausgewählt werden.« Dieser Verkauf wäre »eine Lösung, bei der France Télécom noch nicht konsolidieren muss«. Schmid erhalte entgegen anders lautender Meldungen die Kaufsumme in »cash«.

Schmid scheide als Vorstand aus der MobilCom AG aus, wenn er »die letzte MobilCom-Aktie an France Télécom oder die von ihr genannten Banken übereignet habe«. Dies sei »spätestens Mitte April« der Fall. Für MobilCom werde France Télécom unterdessen mit den Banken »einen Plan erarbeiten, mit dem die Liquidität über das Jahr 2005 gesichert ist«. Bezüglich der Kleinaktionäre habe France Télécom zugesichert, dass »sämtliche Rechte für Minderheitsgesellschafter beachtet werden«.

22 Euro Pro MobilCom-Aktie

France Télécom-Chef Michel Bon ließ in einem Interview der Wirtschaftszeitung »La Tribune« (Montagausgabe) dagegen offen, wie die Franzosen den seit Wochen andauernden Streit mit MobilCom-Chef und Hauptaktionär Schmid beilegen wollen. France Télécom erklärte am Montag, es sei noch kein Übereinkommen erzielt worden. Die Verhandlungen würden aber fortgesetzt. Dem Zeitungsbericht zufolge wollen die Franzosen den ungeliebten Partner Schmid aus dem Unternehmen drängen. So biete France Télécom ihm für jeden seiner MobilCom-Anteile im Tausch 2,75 Aktien ihrer Mobilfunk- Tochter Orange. Das entspreche einem Preis von 22 Euro je MobilCom- Aktie.

An der Pariser Börse gab der France Télécom-Kurs zwischenzeitlich um 2,3 Prozent auf 33,10 Euro nach, Orange-Papiere sanken um 2,8 Prozent auf 7,7 Euro. Das Angebot sei mit Hilfe von Banken unterbreitet worden, die das Schmid-Paket vorerst bei sich parken würden, um die enorme Verschuldung von France Télécom, an dem mehrheitlich der französische Staat beteiligt ist, mit über 60 Milliarden Euro nicht weiter ausufern zu lassen. France Télécom war mit 28,5 Prozent bei MobilCom eingestiegen, um sich am Erwerb einer der UMTS-Lizenzen am deutschen Mobilfunkmarkt zu beteiligen. Seit Wochen streiten sich Schmid und die Franzosen über die Finanzierung der UMTS-Investitionen, die Schmid unverändert durchziehen will.

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