Sanierungskonzept Alarm bei Arcandor


Der Essener Konzern Arcandor, zu dem auch die Traditionsmarken Karstadt und Quelle gehören, ist offenbar härter von der Wirtschaftskrise betroffen als bislang vermutet. Noch am Sonntag soll der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über ein Sanierungskonzept beraten. Auch Luxus-Kaufhäuser wie das KaDeWe in Berlin stehen zur Disposition.

Der Essener Arcandor-Konzern mit den Traditionsmarken Karstadt und Quelle befindet sich nach den Worten des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick "in einer schweren Lage". Noch am Sonntag soll der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über ein Konsolidierungsprogramm unterrichtet werden, sagte Eick der "Bild am Sonntag".

Entlassungen unter den 52.000 Beschäftigten seien nicht ausgeschlossen, es werde aber versucht, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Laut Eick stehen auch die Häuser der Premiumgruppe - das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und der Oberpollinger in München - zur Disposition: "Unser Konzept zielt auf die profilierte Mitte der Gesellschaft. In dem Zusammenhang ist natürlich zu entscheiden, wie die Premiumhäuser in Berlin, Hamburg und München zur neuen Struktur passen."

Arcandor brauche zusätzliche Finanzmittel, der Rettungsplan sei von existenzieller Bedeutung für den Konzern. "Ich muss einen Konsolidierungsplan auf den Tisch legen, der klar, eindeutig und nachvollziehbar ist und der bei Investoren und Banken Vertrauen schafft. Gelingt das, finden wir auch die Basis für die Fortsetzung unserer bisherigen Finanzierung und für neue Finanzmittel", sagte Eick.

Grund für die Schwierigkeiten seien mehrere Kernprobleme, darunter die anstehende Refinanzierung von Krediten in Höhe von 650 Millionen Euro und mangelnde Profitabilität. Eick sagte, Arcandor könne angesichts der bestehenden Probleme sowie der Wirtschafts- und Finanzkrise auch auf staatliche Hilfe angewiesen sein.

DPA DPA

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