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SCHIFFAHRT: Kahlschlag bei Containerschiffen

Die abkühlende Konjunktur lässt auch Reedereien sparen. Ihr Weg: sie ziehen »vorübergehend« jedes vierte Containerschiff nach Fernost aus dem Verkehr.

Die großen Containerreedereien reagieren auf die verhaltene Entwicklung im Welthandel und ziehen einige ihrer Schiffe vorübergehend aus dem Verkehr. Die »Grand Alliance«, die weltweit größte Arbeitsgemeinschaft von Linienreedereien mit insgesamt rund 100 Schiffen, wird ab Februar jedes vierte Schiff aus den Diensten zwischen Europa und Fernost herausnehmen, teilte die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd mit. Zudem soll ein bereits geplanter siebter wöchentlicher Europa-Fernost-Dienst erst später eingeführt werden. In der »Grand Alliance« koordinieren fünf große Container-Liniendienste aus Europa, Amerika und Asien ihre Schiffe, um sowohl für die Kunden leistungsfähige Logistik-Produkte anzubieten als auch ihre Schiffe möglichst optimal auszulasten.

Bisher beständiges Wachstum

Da zunächst die kleineren Containerschiffe aus dem Verkehr genommen werden, bedeutet die Maßnahme eine Kapazitätsreduzierung um 15 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung auf dieser Route. Die Nachfrage nach Transportleistung ging im Jahr 2001 zurück und auch für das nächste Jahr werden nur geringe Zuwachsraten in diesem Fahrtgebiet erwartet. Das ist für die erfolgsverwöhnte Container-Linienschifffahrt eine seltene Ausnahme, denn der Welthandel und der Schiffstransport über die Weltmeere wachsen im langfristigen Durchschnitt mit ungefähr sechs Prozent pro Jahr. Zuletzt hatte die Schifffahrt während der Asienkrise 1998 mit derartigen Problemen zu kämpfen.

Marktentwicklung bestimmt weiter

Mit der Reduzierung sollen sich Angebot und Nachfrage annähern, die Kosten sinken und gleichzeitig den Kunden genug Transportkapazität zur Verfügung gestellt werden. Ein Hapag-Lloyd-Sprecher ließ offen, wie lange die Schiffe auf Reede gelegt werden. Das hängt von der weiteren Entwicklung des Marktes ab. Für den Hamburger Hafen bedeutet das im ersten Quartal des kommenden Jahres drei bis vier Schiffsankünfte weniger.