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Maue Geschäftszahlen: Vapiano schwächelt – und will sich jetzt auf "italienische Wurzeln" besinnen

Vapiano meldet enttäuschende Geschäftszahlen und kündigt eine strategische "Neuakzentuierung" an. Davon betroffen sind unter anderem die Abläufe in den Restaurants und die Menükarte.

Vapiano präsentiert schwache Geschäftszahlen

Vapiano-Filiale in Nordrhein-Westfalen (Archiv)

DPA

Als Antwort auf schwache Geschäftszahlen setzt die Restaurantkette Vapiano auf schlankere Strukturen. Vorgesehen sind effizientere Abläufe sowie eine langsamere Expansion. Unter anderem soll die Geschwindigkeit der Neueröffnungen verlangsamt werden und der Schwerpunkt auf der Auswahl attraktiver Standorte liegen. 

Auch das Menü soll überarbeitet werden. Im Fokus stehen dabei die "italienischen Wurzeln" des Konzepts und eine Orientierung auf "Vapiano Klassiker", wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Wartezeiten für Gäste sollen sich verringern, teilte das Kölner Unternehmen am Samstag mit. Dafür setzen die Verantwortlichen unter anderem auf digitale Lösungen in den Restaurants. Arbeitsplätze stünden nicht im Fokus, sagte eine Sprecherin auf Anfrage, es gehe vor allem darum, die Profitabilität wiederherzustellen.

"Nach einem operativ sehr enttäuschenden Geschäftsjahr 2018 werden wir das Jahr 2019 nutzen, um einen strategischen Übergang zu schaffen und die Komplexität unseres Geschäftsmodells deutlich zu reduzieren", sagte Vapiano-Chef Cornelius Everke der Mitteilung zufolge.

Vapiano musste Prognosen zwei Mal senken

Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) war das Unternehmen 2018 laut den vorläufigen Kennziffern unter den eigenen Zielen geblieben. Der Umsatz liege bei rund 370 Millionen Euro und damit unter der erst im November gesenkten Spanne von 375 bis 385 Millionen Euro, gab Vapiano am Freitagabend bekannt. Das bereinigte Ebitda liege bei 29 bis 31 Millionen Euro. Geplant waren 34 bis 38 Millionen Euro.

Vapiano hatte die eigenen Prognosen für das Jahr 2018 zuerst im September 2018 und dann nochmals im November gesenkt und zuletzt den Chef ausgetauscht.

Das börsennotierte Unternehmen stellt nun alles auf den Prüfstand. Zudem würden Maßnahmen eingeleitet "zur Sicherstellung der nachhaltigen Profitabilität". Dafür müssten "auch die Prozesse und Arbeitsabläufe innerhalb der Restaurants deutlich angepasst werden". Bereits in der Vergangenheit hatte Vapiano angekündigt, das Geschäftsmodell grundlegend überarbeiten zu wollen und unter anderem getestet, das Modell der Selbstbedienung abzuschaffen

Zum Jahresende 2018 gehörten 231 Restaurants in 33 Ländern zu Vapiano.

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ikr / DPA
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