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Sektkellerei: Bei Rotkäppchen knallen die Korken

Ein ehemaliger Sanierungsfall hat sich zum Marktführer in Deutschland gemausert. Seit Jahren fließt dort der Schaumwein in Strömen.

Deutschlands größter Sekthersteller Rotkäppchen-Mumm liegt bei den Liebhabern des prickelnden Getränks weiter voll im Trend. Mit einem Anteil von 33 Prozent wurde die Marktführerschaft nochmals leicht ausgebaut. Nach dem Absatzrekord von 106 Millionen Flaschen im Jahr 2004 hofft Unternehmenschef Gunter Heise auch für dieses Jahr beim Absatz auf ein leichtes Plus.

"Das Jahr 2005 wird für den deutschen Sekt insgesamt erfolgreich. Bis November legte der deutsche Sektmarkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent zu. Auch wir liegen wie die Branche bis November leicht im Plus", sagte Heise. Allerdings knallen die Korken erst so richtig im Dezember.

"Im letzten Monat des Jahres machen wir 20 Prozent des Absatzes", betonte der Firmenchef. Ob dann der Vorjahresrekord nochmals überboten werde, könne er noch nicht endgültig sagen. "Aber im Prinzip wären auch 104 Millionen Flaschen in Ordnung. Unsere Zahlen wären auch dann schwarz." Es gehe bei dem jetzt erreichten Stand nicht zuerst darum, den Absatz unentwegt in die Höhe zu treiben.

Rotkäppchen-Sekt ist das Flaggschiff der Gruppe

Geschäftsgrundsatz sei eine konsequente Marken- und Preispolitik. "Wir wollen unsere Marken langfristig als hochwertig positionieren." Vor diesem Hintergrund sieht der Unternehmenschef aggressive Preisaktionen des Handels mit eher gemischten Gefühlen. "Das ist nicht das, was wir wollen", sagte Heise.

In den Vorweihnachtstagen liefert die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei GmbH mit dem Hauptsitz Freyburg (Sachsen-Anhalt) sowie den hessischen Standorten Eltville und Hochheim pro Tag insgesamt 1 bis 1,5 Millionen Flaschen aus. In Hessen werden die Marken Mumm, Jules Mumm und MM Extra produziert. Zum Verbund gehört außerdem die Edel-Marke Geldermann (Breisach/Baden-Württemberg). Während Jules Mumm speziell auf jüngere Sektgenießer zugeschnitten ist, spricht Geldermann eher die Gutbetuchten an. Die Gruppe hat insgesamt 312 Mitarbeiter.

Flaggschiff der Gruppe und mit Abstand die Nummer Eins im Osten ist der in Freyburg produzierte Rotkäppchen-Sekt, über den 55 bis 60 Prozent des Absatzes realisiert werden. Zu DDR-Zeiten war Freyburger Sekt teuer und nur in ausgewählten Geschäften erhältlich. Nach der Wende brach der Absatz ein. Die Firma galt bei der Treuhand-Anstalt als unsanierbar. Sie wurde von leitenden Mitarbeitern übernommen. Gesellschafter ist außerdem privat die Familie Harald Eckes. Nach stetiger Aufwärtsentwicklung übernahm Rotkäppchen im Jahr 2002 die hessischen Mumm-Standorte. 2003 kam Geldermann dazu. Im kommenden Jahr feiert das Unternehmen 150 Jahre Sekttradition in Freyburg.

Gitta Keil/DPA