HOME

Siemens-Affäre: Ex-Chef Kleinfeld gibt sich gelassen

Der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat gefasst auf die Ankündigung des Elektronikkonzerns reagiert, Schadenersatz gegen ihn geltend machen zu wollen. Er setze dagegen lieber auf das deutsche Rechtssystem, so Kleinfeld.

Im milliardenschweren Schmiergeld-Skandal des Siemens-Konzerns hat der frühere Vorstandschef Klaus Kleinfeld gelassen auf Schadenersatzforderungen des Unternehmens reagiert. "Ich habe großes Vertrauen in das deutsche Rechtssystem", sagte Kleinfeld in New York. Er sei deshalb angesichts der neuen Entwicklung nicht beunruhigt.

Kleinfeld hatte im Juli 2007 im Zuge der Schmiergeldaffäre bei Siemens seinen Hut genommen, obwohl sich keinerlei Hinweise auf eine Verwicklung in die Vorfälle ergeben hatten. Er wechselte kurz darauf zum US-Aluminiumkonzern Alcoa und steht dort seit Mai an der Spitze.

Alcoa betonte in der Mitteilung, der Verwaltungsrat des Konzerns sehe sich in der Sache gut informiert. Alcoa werde die Situation weiter beobachten. Darüber hinaus bestehe aber kein Handlungsbedarf. Der Konzern habe sich bereits seit den ersten Gesprächen mit Kleinfeld über eine Tätigkeit für Alcoa umfangreich über die Siemens-Angelegenheit informiert.

Kleinfelds Nachfolger an der Siemens-Spitze, Peter Löscher, wollte die Schadenersatzforderungen gegen die frühere Topmanagement-Riege nicht kommentieren. "Es ist nicht Sache des Vorstands, die Entscheidung des Aufsichtsrats zu früheren Zentralvorständen zu kommentieren", sagte Löscher bei einer Telefonkonferenz zur Quartalsbilanz des Konzerns. Der aktuelle Vorstand tue alles, um Siemens zu einem vorbildlichen Unternehmen in Sachen Korruptionsbekämpfung zu machen. Auch zu möglichen Schadenersatzforderungen gegen weitere Ex-Manager wollte Löscher nicht Stellung nehmen. "Grundsätzlich überprüfen wir alle Ansprüche auf Schadenersatz", erklärte er lediglich.

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte angekündigt, die frühere Topmanagement-Riege wegen der Korruptionsaffäre finanziell zur Rechenschaft ziehen zu wollen, nannte aber keine Summe. Unter den elf betroffenen Ex-Zentralvorständen sind auch der langjährige Siemens-Chef Heinrich von Pierer und sein Nachfolger Kleinfeld. Pierer hatte angekündigt, er werde sich zur Wehr setzen.

DPA / DPA