Siemens Stellenstreichung ohne Ende


Nach oben gibt es offenbar kein Limit: Erst hatte Siemens die erneute Streichung von 1000 Arbeitsplätzen angekündigt, jetzt sollen womöglich noch mehr Stellen wegfallen. Der Gesamtbetriebsrat will das weitere Vorgehen beraten.

Bei Siemens könnten in der angeschlagenen Kommunikationssparte Com einem Zeitungsbericht zufolge mehr Stellen wegfallen als bislang bekannt. Der Industrie- und Technikkonzern wolle an seinen Münchner Standorten insgesamt 1200 Arbeitsplätze abbauen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Weitere 40 bis 50 Stellen sollten in Witten in Nordrhein-Westfalen wegfallen.

"Personalreduzierungen allein werden Misere nicht beenden"

Siemens hatte in der vergangenen Woche die Streichung von etwa 1000 Arbeitsplätzen bei Com in Deutschland verkündet. In den vergangenen Monaten waren bereits 1500 Stellen gestrichen worden. "Personalreduzierungen allein werden dabei die Misere nicht beenden", hieß es in der Mitteilung. Vielmehr müsse Siemens auf Innovationen setzen. Trotz der Fehler des Managements über viele Jahre, in denen die Dynamik der Internetwicklung unterschätzt worden sei, habe der Bereich genügend technologisches Potenzial, um in zwei bis drei Jahren wieder Anschluss an die Besten in der Branche zu finden.

Der Konzern hatte Betriebsräte der betroffenen Standorte am Dienstag über seine Pläne informiert. Heute trifft sich der "SZ" zufolge der Siemens-Gesamtbetriebsrat in Leipzig, um sein weiteres Vorgehen zu beraten. Die Kommunikationssparte - der größte der elf Siemens-Bereiche - habe im zweiten Geschäftsquartal 2005/06 (Januar bis März) nur eine Umsatzrendite von 0,8 Prozent erzielt und sei damit weit von der für 2007 vorgegebenen Zielmarge von acht bis elf Prozent entfernt, schreibt die "SZ".

Vermeintlich leichterer Weg einer Abspaltung

Siemens-Belegschaftsaktionäre haben den Erhalt der kriselnden Kommunikationssparte Com im Konzern gefordert. "Ein Scheitern der Sanierungspolitik wäre der Super-Gau für Siemens schlechthin, eine mittlere Katastrophe für den Standort Deutschland und für den Vorstandsvorsitzenden ein Offenbarungseid", erklärte der Verein der Belegschaftsaktionäre in der Siemens AG. Der Vorstand dürfe sich nicht - wie bei der Trennung vom Handygeschäft im vergangenen Jahr - für den vermeintlich leichteren Weg einer Abspaltung entscheiden.

DPA DPA

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