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Angebotserweiterung: Sky Sport künftig auch im Free-TV

Bislang galt der Pay-TV-Sender Sky vor allem als wichtigster Geldgeber der Fußball-Bundesliga. Ab Dezember will sich das Unternehmen auch ins Free-TV wagen. Der Beginn einer größeren Offensive in diesem Bereich sei der Schritt aber nicht.

Ein Fußballer läuft am Sky-Logo vorbei

Durch den Schritt ins Free-Tv erhofft sich der Bezahlsender Sky zusätzliche Einnahmen sowie neue Kunden

Fünf Wochen nach dem Kauf der Rechte für die Fußball-Bundesliga sorgt der Pay-TV-Sender Sky für eine Überraschung: Der Nachrichtenkanal Sky Sport News soll von Anfang Dezember an frei empfangbar sein. "Mit dem Start des Senders werden wir aus dem Stand mindestens 85 Prozent Marktabdeckung erreichen", sagte Sky-Chef Carsten Schmidt der Deutschen Presse-Agentur: "Er wird sofort Relevanz für die Werbewirtschaft haben." Mit dem Erwerb der Bundesliga-Rechte habe diese Entscheidung aber nichts zu tun, betonte Schmidt.

Mit dem erstmaligen Schritt ins Free-TV sorgt Sky für eine unerwartete Erweiterung des Angebots. Das aus Premiere entstandene Medien-Unternehmen will zum einen zusätzliches Geld verdienen und zum anderen Werbung für sein Pay-Angebot machen.

"Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Sender im Free-TV eine bessere Kapitalisierung als im Pay-TV erreichen können. Basis dafür wird eine deutliche Reichweitensteigerung sein", erklärte Schmidt die neue Einnahmemöglichkeit.

Sky: "Nicht der Beginn einer großen Free-TV-Offensive"

Zum Werbeeffekt sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Sky Deutschland: "Wir erreichen durch die größere Reichweite Abstrahleffekte. Wir versprechen uns mehr Aufmerksamkeit von Menschen, die bisher noch keine Kunden sind."

Der Sport-Sender ist seit rund fünf Jahren auf dem Markt und ist derzeit nur für Sky-Kunden zu empfangen. Er bietet als einziger TV-Kanal in Deutschland rund um die Uhr Sport-Nachrichten. Schwerpunkt der Berichterstattung ist Fußball.

"Das ist nicht der Beginn einer großen Free-TV-Offensive", betonte Schmidt: "Pay bleibt unser Kerngeschäft." Im Bezahl-Bereich ist Sky Marktführer in Deutschland und hat diese Stellung durch den Kauf des Großteils der Bundesliga-Medienrechte Anfang Juni vorerst abgesichert. Dafür zahlt der Sender nach eigenen Angaben 876 Millionen Euro pro Jahr. Die Entscheidung, mit den Sport-Nachrichten in den Free-TV-Bereich zu gehen, ist laut Schmidt aber schon vorher gefallen.  

Reaktion auf Marktkonkurrent Discovery

Es ist wohl auch ein Schritt mit Blick auf die wachsende Konkurrenz. Vor allem Eurosport expandiert, seit Discovery die Mehrheit übernommen hat. Nach dem Kauf der Olympia-Rechte für den gesamten europäischen Markt vor einem Jahr sorgte das US-Unternehmen bei der Auktion der Bundesliga-Rechte im Juni für die nächste Überraschung: Für den deutschen Eurosport-Ableger kaufte Discovery das Paket mit den Freitagsspielen.

Von der Saison 2017/18 an wird der Spartensender im Pay-TV-Bereich ein wichtiger Wettbewerber von Sky. Eurosport darf exklusiv 40 Bundesliga-Spiele, die Erstliga-Relegation sowie den Supercup zeigen. Der Sky-Slogan "Alle Spiele, alle Tore" gilt dann nicht mehr.

Weitere Konkurrenten für Sky

Sky hat aber noch mehr neue Konkurrenten bekommen. Wie die englische Perform Group, die auch in Deutschland mit Internet-Portalen wie spox.com und goal.com aktiv ist. Schon einmal hat Perform die Konkurrenz aus Unterföhring überboten und ihr die Premier-League-Rechte abgenommen. Bei der Auktion der Bundesliga-Rechte sicherte sich Perform ein Paket mit Highlight-Clips, die im Pay-Bereich 40 Minuten nach Abpfiff der Spiele gezeigt werden dürfen.

mod / DPA