Solel Solar Siemens baut Solargeschäft aus


Der Mischkonzern Siemens baut das bisher vernachlässigte Solargeschäft kräftig aus. Für 418 Millionen Dollar (284 Mio Euro) übernimmt der Konzern die israelische Solel Solar Systems von privaten Eigentümern, wie Siemens am Donnerstag bestätigte.

Der Mischkonzern Siemens baut das bisher vernachlässigte Solargeschäft kräftig aus. Für 418 Millionen Dollar (284 Mio Euro) übernimmt der Konzern die israelische Solel Solar Systems von privaten Eigentümern, wie Siemens am Donnerstag bestätigte. «Die Erfolgsgeschichte des schnellen und sehr erfolgreichen Ausbaus unseres Windgeschäftes wollen wir nun auch bei der Solarenergie fortschreiben», sagte Konzernchef Peter Löscher und machte damit die Stoßrichtung klar.

Solel fertigt Schlüsselkomponenten für sogenannte solarthermische Anlagen, bei denen die Sonnenstrahlen mit großen Spiegeln eingefangen und gebündelt werden. Mittels der Hitze erzeugt eine Dampfturbine dann den Strom. Im Gegensatz zu den bekannteren Photovoltaik-Anlagen eignet sich diese Technik aber nur für große Sonnenparks und nicht für das heimische Dach. Auch die zwei französischen Wettbewerber Alstom und Areva waren dem Vernehmen nach an Solel interessiert.

Siemens hatte die Solartechnik lange verschlafen, in den vergangenen Monaten jedoch mehrere kleinere Übernahmen getätigt. Erst im August war Siemens beim israelischen Projektentwickler Arava Power eingestiegen. Bis 2020 erwartet Siemens bei solarthermischen Kraftwerken zweistellige jährliche Zuwachsraten. Am Ende soll der Markt dann mehr als 20 Milliarden Euro schwer sein. Bei Windanlagen zählt Siemens schon heute zu den führenden Anbietern.

Siemens liefert bereits Dampfturbinen für solarthermische Kraftwerke, Solel ist Spezialist für die in den Anlagen verwendeten Solar-Receiver. Diese fangen die von Parabolspiegeln gebündelte Hitze ein. Über einen Wärmetauscher wird der Dampf für die Turbine erzeugt. Ein dahinter geschalteter Generator produziert letztlich den Strom. Die 500 Mitarbeiter von Solel haben im vergangenen Jahr 90 Millionen Dollar umgesetzt.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker