HOME

SOZIALKASSEN: Schmidt will Ausgaben im Gesundheitswesen einfrieren

Wegen der steigenden Kosten im Gesundheitswesen zieht Ministerin Schmidt die finanzielle Notbremse: 2003 kommt bei den Leistungen eine Nullrunde!

So berichtet die »Süddeutsche Zeitung« unter Berufung auf Koalitionskreise, durch das Einfrieren der Ausgaben für Ärzte-Honorare und Krankenhäuser für ein Jahr könnten 1,1 Milliarden Euro eingespart werden. Auch die »Bild«-Zeitung berichtet in ihrer neuen Ausgabe von einer Nullrunde für den Gesundheitsbereich. Den beiden Berichten zufolge soll in dem so genannten Vorschaltgesetz, das noch zum Jahreswechsel wirksam werden soll, auch das Sterbegeld, das die Krankenkassen zahlen, um ein Drittel gekürzt werden. Derzeit geben die Krankenkassen hierfür jährlich gut 750 Millionen Euro aus.

Kürzungen beim Zahnersatz

Auch die Höchstpreise für zahntechnische Leistungen (Zahnersatz) sollen pauschal um zehn Prozent gekürzt werden. Davon verspreche sich Schmidt eine Kostenentlastung von rund 200 Millionen Euro im Jahr.

Ansturm auf preiswertere BKKs...

In der Krankenversicherung wechseln nach einem Bericht der »Bild«-Zeitung immer mehr Menschen zu den preislich günstigeren Betriebskrankenkassen (BKK). Unter Berufung auf interne Zahlen des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen berichtete die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe, bis zum Jahresende würden die BBKs 1,3 Millionen mehr Mitglieder haben als noch vor Jahresfrist. Laut »Bild«-Zeitung liegen die Durchschnittsbeiträge der BBKs bei 13,2 Prozent, während bei den gesetzlichen Kassen rund 14 Prozent zu zahlen sind.

...kostet Ersatzkassen Mitglieder

Ersatzkassen wie die Barmer, die DAK oder die Techniker Krankenkasse würden eine Million Versicherte verlieren. Auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen müssen angeblich einen Mitgliederschwund von über eine halbe Million verkraften, hieß es in dem Vorabbericht weiter. Aus der gesetzlichen 300.000 Personen sollen in die private Krankenversicherung gewechselt haben .

Einsparziele vorgeben

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, forderte die Gesundheitsministerin auf, konkrete Einsparziele bei der Gesundheitsreform vorzugeben. »Künftig muss die Politik Einsparziele vorgeben«, sagte Schmoldt der »Financial Times Deutschland«. Alle Leistungserbringer müssten dann Vorschläge zur Kostenreduzierung machen. »Machen sie keine, muss die Politik ihre Vorgaben im Notfall auch ohne Zustimmung durchsetzen«, erklärte Schmoldt, der in Medienberichten als möglicher Vorsitzender der Reformkommission für das Gesundheitswesen genannt worden war.

Themen in diesem Artikel